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28.07.2016

18:00 Uhr

Musterdepots

„Brexit-Verlierer sind die Briten selbst”

Handelsblatt-Autor Alexander Kovalenko schaut sich die Daten einer EU-Verbraucherumfrage an und stellt fest: Die schlechteste Laune haben die Konsumenten in Großbritannien.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Am gestrigen Donnerstag standen wieder einige Zahlen an. So wurden sowohl Zahlen zum deutschen Arbeitsmarkt durch die Bundesagentur für Arbeit, als auch aktuelle Daten zu ihrer monatlichen Verbraucher- und Unternehmensumfrage in der Eurozone und der gesamten EU durch die Europäische Kommission veröffentlicht. Beginnen wir mit letzterem. Erstaunlich ist der weitere Anstieg auf 104,6 Punkte. Erstaunlich daher, da die Prognosen wegen des Brexit nach unten gerichtet waren. Wenn man nach Ländern differenziert stehen leichte Zuwächse in Deutschland und Italien leichten Verlusten in Frankreich und Spanien gegenüber.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Einzig in Großbritannien ist der Index deutlich mit 4,4 Punkten auf 102,6 Punkte abgesackt. Damit steht ein Verlierer, zumindest was die Stimmung angeht, der Brexit-Entscheidung fest und zwar die Briten selbst. Dienstleistungs- und Industrievertrauen verbesserten sich im Schnitt leicht, nur das Verbrauchervertrauen bewegt sich nicht positiv vom Fleck. Die guten Stimmungsdaten spiegeln sich auch in den Arbeitsmarktzahlen in Deutschland wider. Wobei natürlich zu beachten ist das die Arbeitslosenzahlen ein nachlaufender Indikator sind. Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen steigt weiter auf 674.000, 85.000 mehr als im Vormonat. Saisonbereinigt sank die Arbeitslosenzahl um 7.000 Arbeitnehmer, was sich in der Arbeitslosenquote nicht widerspiegelte und dementsprechend verharrt sie bei 6,1%. Insgesamt haben wir in Deutschland eine Erwerbstätigenquote von 65,8 Prozent. Die Zuwanderung führt bisher also nicht zu Problemen am Arbeitsmarkt.

Dem gegenüber steht aber leider noch die Unterbeschäftigung von 3,57 Millionen Personen. Die Zahl ist noch immer leicht höher als im Vorjahr und zeigt die staatlichen Bemühungen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung zur Integration der Flüchtlinge. Den Zahlen entsprechend wird sich die EZB in ihrer abwarteten Haltung nach dem Brexit bestätigt fühlen. Natürlich müssen die Zahlen weiterhin beobachtet werden, aber ein großer wirtschaftlicher Schock sieht anders aus. Ruhe bewahren hat sich erneut ausbezahlt.

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