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27.05.2015

17:55 Uhr

Musterdepots

Bundesanleihen: kein sicherer Hafen

Bundesanleihen sind gar nicht so sicher wie die meisten glauben – findet unser Autor Daniel Hupfer. Er sucht die Renditechancen in einem anderen Segment: den europäischen Hochzinsanleihen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

An den Rentenmärkten galten Bundesanleihen bis dato immer als sicherer Hafen, in die sich die Anleger bei aufkommendem Stress zurückziehen, da sie sich in diesen Situationen durch Stabilität auszeichneten. Wirft man einen Blick auf die Kursentwicklung von Bundesanleihen im laufenden Jahr, so fällt allerdings auf, dass die Anleihen ganz im Gegensatz zu einem sicheren Hafen größtenteils eine sehr hohe Volatilität aufweisen.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

In puncto Stabilität sind in diesem Jahr High-Yield-Unternehmensanleihen insbesondere aus Europa der neue sichere Hafen. Year-to-date konnte, gemessen am Index für europäische High-Yield-Anleihen von Bank of America Merrill Lynch, eine Performance von knapp 3,8 Prozent erzielt werden. Nur im März gab es dabei eine ganz leicht negative Monatsperformance von -0,1 Prozent, alle anderen Monate brachten eine positive Performance. Die Volatilität des Kursverlaufs war damit deutlich geringer als bei europäischen Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen mit Investmentgrade.

Europäische High-Yield-Unternehmensanleihen profitieren zum einen vom sehr niedrigen Zinsniveau und den damit verbundenen attraktiven Finanzierungskonditionen und zum anderen von den positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie dem mehrheitlich positiven Wachstumsausblick innerhalb der Eurozone, dem niedrigen Ölpreis und dem starken US-Dollar. Die Rendite von europäischen High-Yield-Anleihen liegt im Durchschnitt bei über vier Prozent und das Zinsänderungsrisiko ist aufgrund der niedrigen Duration (circa 3,5 Jahre) verhältnismäßig gering. Aufgrund der positiven Rahmenbedingungen halten wir eine Performance von rund sechs Prozent für 2015 für realistisch und gehen zudem nicht davon aus, dass sich das Ausfallrisiko vom derzeit sehr niedrigen Niveau erhöht. Wir empfehlen daher eine Übergewichtung in diesem Segment.

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