Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.05.2016

19:43 Uhr

Musterdepots

„Bundesanleihen sind zwölfmal teurer als Standardaktien“

Musterdepotstratege Georgios Kokologiannis vergleicht die Renditechancen am Anleihenmarkt mit denen von Aktien. Seiner Ansicht nach haben die Dividendenscheine nur noch ein geringes Potential.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

DüsseldorfDie seit geraumer Zeit sehr niedrigen Inflationsraten, verbunden mit gleichzeitig sehr geringen Wachstumsraten, sind der Hauptgrund dafür, dass nicht nur die EZB, sondern auch viele andere Notenbanken die Zinsen immer weiter gesenkt haben. In den OECD-Ländern lag die Inflationsrate im März 2016 gerade einmal bei 0,8 Prozent, und eine wirkliche Trendwende ist nicht in Sicht.

Höhere Zinsen wird es aber ohne einen Cocktail aus mehr Wachstum und höherer Inflation nicht geben können. Während sich die deutschen Sparer von daher zu Recht bei der EZB beschweren, gehört der deutsche Finanzminister zu den größten Profiteuren der EZB-Geldpolitik. Seit dem Jahr 2008 ist der Bundeshaushalt insgesamt um rund 85 Milliarden Euro entlastet worden.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Da die Zinsen für Bundesanleihen mittlerweile bis zu einer Laufzeit von acht Jahren bei null Prozent oder im Minus liegen, nimmt der Entlastungseffekt in den nächsten Jahren noch weiter zu. Ohne Mario Draghi und die EZB wäre die schwarze Null im Bundeshaushalt somit nicht zu erreichen gewesen.

Nichtsdestotrotz können sich die Renditen am Rentenmarkt zumindest temporär von den fundamentalen Rahmenbedingungen, die die Geldpolitik vorgibt, abkoppeln. So ist es jetzt fast genau ein Jahr her, dass die Renditen am Rentenmarkt ohne eine nennenswerte Veränderung des wirtschaftlichen Umfelds rasant anstiegen.

Zehnjährige deutsche Staatsanleihen verloren innerhalb von zwei Monaten acht Prozent an Wert. Wer vor dem Renditeanstieg in noch längere Laufzeiten investiert hatte, erlebte einen wahren Crash. So verlor eine Bundesanleihe mit 30-jähriger Restlaufzeit in diesem Zeitraum sogar 25 Prozent an Wert. Allerdings sehen wir derzeit keinen externen Faktor, der nochmal einen derartigen Sell-Off am Rentenmarkt wie im Frühsommer 2015 auslösen könnte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×