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30.08.2016

16:57 Uhr

Musterdepots

Chancen und Risiken am Anleihemarkt

Ist es aktuell klug, in Unternehmensanleihen zu investieren? Die Musterdepotstrategen Sönke Niefünd und Alexander Kovalenko geben auf diese Frage unterschiedliche Antworten. Die Handelsblatt-Musterdepots.

Sönke Niefünd

Sönke Niefünd

Sönke Niefünd

FrankfurtDie im MDax notierte Evonik Industries AG hat eine Anleihe im Volumen von bis zu 1,9 Milliarden Euro begeben. Insgesamt wurden drei festverzinsliche Tranchen mit Laufzeiten von 4,5 Jahren, acht Jahren und zwölf Jahren emittiert. Die Rendite der 4,5- jährigen Anleihe beläuft sich auf 0,05 Prozent. Im Vergleich dazu ist die 30-jährige Bundesanleihe aktuell mit einer Rendite von 0,48 Prozent wieder attraktiv.

Sönke Niefünd

Der Anleger Niefünd

Das Anlageziel besteht darin, nachhaltig zu investieren und dabei einen langfristigen Vermögenszuwachs zu erzielen. Dazu werden je nach Einschätzung der Wirtschafts- und der Börsenaussichten Wertpapiere erworben und veräußert. Dabei wird besonders auf die Risikostreuung geachtet.

Der Stratege Niefünd

Unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien der Themengebieten Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance), auch ESG-Ansatz genannt. Das Mandat wird aktiv gemanagt, gleichzeitig werden jedoch strategisch langfristig Positionen gehalten. Wir verfolgen die Umsetzung der „Politik der ruhigen Hand“. Es werden Fonds, ETFs und Einzeltitel gekauft, die unseren Kriterien erfüllen. Die Auswahl der Einzeltitel erfolgt in den Themengebieten innerhalb der 4 Säulen Wirtschaftliches, Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Ansatz). Ausgewählte Wertpapiere haben in jedem Bereich mindestens 65 Punkte von 100 Punkten im Bereich der Nachhaltigkeit. Zudem kommen Negativkritieren und ein Best-in-Class Ansatz bei der Einzeltitelauswahl zum Tragen.

Die Regeln Niefünd

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Sönke Niefünd hat allerdings zum 1. August 2016 das Depot von Daniel Hupfer von der M.M. Warburg übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dennoch: Alle deutschen Staatsanleihen mit bis zu zehn Jahren Laufzeit rentieren im Minus. Wer heute eine zweijährige Bundesanleihe kauft und sie bis zur Fälligkeit hält, macht damit einen Verlust von 0,63 Prozent, bei fünfjährigen Papieren sind es 0,5 Prozent. Bei zehnjährigen Bundesanleihen ist lediglich eine Rendite von 0,04 Prozent zu erzielen.

Diese Entwicklung wirft die Frage auf, ob Unternehmensanleihen noch attraktiv sind oder Investoren besser nach Alternativen Ausschau halten sollten.

Wir plädieren aus folgenden drei Gründen weiterhin für diese Anlageklasse. Erstens schafft die EZB mit ihrem Corporate Sector Purchase Programme (CSPP) eine neue Nachfrageseite im Unternehmensanleihenmarkt. Wird das aktuelle Kauftempo beibehalten, dürfte die EZB in zwei Jahren schon rund zehn Prozent aller in Euro notierenden Unternehmensanleihen halten.

Zweitens ist das Kreditrisiko bei Investmentgrade-Unternehmensanleihen relativ gering. Nach unserer Einschätzung sind diese für uns nach wie vor attraktiv.

Drittens steigt die Zahl der Anleiheemissionen. Zahlreiche Unternehmen nutzen die niedrigen Zinsen am Anleihenmarkt für günstige Refinanzierungen und Akquisitionen.

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