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20.01.2015

19:50 Uhr

Musterdepots

Chinas Wachstum nicht überbewerten

Chinas Wirtschaft wächst nicht mehr so rasant wie früher. Dennoch beträgt die Wachstumsrate mehr als sieben Prozent. Alexander Kovalenko und Daniel Hupfer halten das für mehr als ausreichend und raten zur Besonnenheit.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die chinesische Wirtschaft ist 2014 lediglich um 7,4 Prozent gewachsen und verzeichnete damit das schwächste Wachstum seit 24 Jahren. Erstmals seit 1999 wurde die Vorgabe der Zentralregierung für das Wachstum verfehlt. Ministerpräsident Li Keqiang wurde mit den Worten zitiert, dass der Abwärtsdruck auf die chinesische Wirtschaft auch im laufenden Jahr signifikant bleiben wird.

Wir rechnen bereits seit einiger Zeit damit, dass die Ära mit kontinuierlich zweistelligen Wachstumsraten unwiederbringlich vorbei ist, da China einen strukturellen Wandlungsprozess begonnen hat, um auf Entwicklungen wie zum Beispiel den demographischen Wandel zu reagieren. Die gute Nachricht ist, dass der Arbeitsmarkt künftig kein Wirtschaftswachstum von acht Prozent mehr benötigen wird, damit die Arbeitslosenquote niedrig bleibt.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Auch der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für China nach unten revidiert und erwartet für das laufende Jahr aktuell nur noch ein BIP-Plus von 6,8 Prozent (vormals 7,1 Prozent). Dies ist unseres Erachtens zwar immer noch etwas zu optimistisch, eine deutlich stärkere konjunkturelle Abkühlung in China erwarten wir allerdings nicht.

Sollte das Wachstum anders als erwartet deutlich schwächer ausfallen und unter die Schwelle von sechs Prozent fallen, dann drohen zunehmend negative Effekte auch auf die deutschen Unternehmen, die traditionell stark im Reich der Mitte engagiert sind. Wir verfolgen die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft daher eng. Aktuell sehen wir jedoch keinen Handlungsbedarf und belassen unser Portfolio zunächst unverändert.

Kommentare (1)

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Rocco Siffredi (Riesenarschloch)

20.01.2015, 20:42 Uhr

Herr Kokologiannis, sind Sie mit den 10.800 beim Reverse nicht zu "optimistisch", dass der Dax nicht nach oben übertreiben wird? Das wird eng.

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