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27.10.2014

21:49 Uhr

Musterdepots

Das Alter des Bullen ist nicht entscheidend

Die Stimmung ist schlechter als die tatsächliche Lage, sagt unser Kommentator Daniel Hupfer. Der Bullenmarkt ist zwar schon gut sechs Jahre alt – das heißt aber nicht, dass damit sein Ende naht.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Das positive Ergebnis des Bankenstresstests zeigte am deutschen Aktienmarkt nur kurze Wirkung. Grund hierfür war der Ifo-Geschäftsklimaindex, der im Oktober das sechste Mal in Folge zurückging und nun auf dem niedrigsten Niveau seit Januar 2013 liegt. Es sieht also danach aus, als ob der deutschen Wirtschaft langsam die Puste ausgeht.

Möglicherweise ist die Stimmung mittlerweile aber schlechter als die tatsächliche Lage. In den USA läuft die Wirtschaft immer noch rund, und auch aus China kamen zuletzt ordentliche Wirtschaftsdaten. So haben sich die Exporterwartungen der Unternehmen wieder etwas verbessert, was auch auf die Abwertung des Euro zurückzuführen ist. Zudem entlasten die Unternehmen auch die anhaltend günstigen Fremdkapitalkosten.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Und auch die expansive Geldpolitik der EZB zeigt langsam Wirkung: So wächst die Geldmenge M1, die einen Vorlauf vor der realwirtschaftlichen Entwicklung von einigen Monaten hat, seit Mai kontinuierlich stärker. Von daher sollte es sich bei der derzeitigen Schwächephase mehr um eine Delle als um einen nachhaltigen Abschwung handeln.

Ob die Tiefstände an den Aktienmärkten schon erreicht sind, lässt sich zwar noch nicht abschließend klären, doch sieht es für uns danach aus, als ob die Krisenängste der Marktteilnehmer zuletzt zu stark Oberhand gewonnen haben. Von daher rechnen wir damit, dass die Gegenbewegung an den Aktienmärkten anhalten wird. Ob der seit sechs Jahren andauernde Bullenmarkt zu Ende ist, wird nicht von seinem Alter abhängen, sondern von der Frage, ob es im nächsten Jahr eine neue Rezession geben wird. Derzeit sind wir von dem Eintreten eines solchen Negativszenarios nicht überzeugt.

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