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08.10.2014

21:43 Uhr

Musterdepots

Das Ende der Schönwetter-Depots

Die Konsolidierung an den internationalen Aktienmärkten bewegt die Musterdepots. Ein Patentrezept für die gegenwärtige Lage scheint es nicht zu geben – die Experten wollen unterschiedlich reagieren.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Wie erwartet sind die Aktienindizes nach dem Zwischenhoch von Anfang September erneut zurückgefallen. Sie verbleiben in der volatilen Seitwärtsbewegung, auf die das Musterdepot bereits seit Januar ausgerichtet ist. So nähert sich etwa der Dax wieder dem unteren Ende der Handelsspanne zwischen rund 8 900 und 10.100 Punkten, an der ich mich für taktische Transaktionen orientiere. Es bleibt dabei, dass die Zeit der Schönwetter-Depots spätestens seit dem Jahreswechsel vorbei ist. Nur mit aktivem Portfoliomanagement lassen sich derzeit dauerhafte Wertzuwächse erreichen.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ich baue daher jetzt erstens eine neue Position an Sprintzertifikaten auf, die überproportional von einer erneuten – vorübergehenden – Kurserholung des Euro Stoxx 50 profitieren würden (WKN: VZ074L). Und zweitens ergänze ich neue „Capped Bonuszertifikate“ (WKN: CB1NWD): Bis Ende Juni 2015 lässt sich damit eine Rendite von 9,2 Prozent per annum erzielen. Einzige Bedingung: Der Dax darf bis dahin nie auf 7 600 Punkte einbrechen, sonst geht der Bonus-Mechanismus verloren. In diesem Fall kann der Investor dann genauso tief ins Minus rutschen, wie bei einem gewöhnlichen Dax-ETF. Der Preis für den Verlustpuffer: Mehr als die rund neunprozentige Seitwärtsrendite ist auch dann nicht drin, wenn der Dax sehr stark zulegen sollte. Die Gewinne sind gedeckelt.

Anders die Funktionsweise der Sprintzertifikate: Diese speziellen Hebelpapiere verdoppeln innerhalb einer festgelegten Handelsspanne die Kursbewegungen des Aktienindexes, auf den sie sich beziehen. Und auf dem Niveau der entscheidenden Marke für diese Anlageprodukte notiert nun wieder der Euro Stoxx 50 nach den massiven Verlusten der vergangenen Tage: Oberhalb von 3041 Punkten schalten diese Sprinter den Turbo ein. Indexgewinne darüber werden in meinem Depot um den Faktor zwei gehebelt. So, als ob ich auf einen Schlag plötzlich doppelt so viele Anteile am europäischen Leitindex besäße.

Der Clou: Fällt das Aktienbarometer unter die Sprint-Schwelle zurück, dann verschwinden meine „imaginären“ Extra-Anteile automatisch wieder aus dem Portfolio – an Verlusten werde ich also nicht überproportional beteiligt. Der Preis für das Hoch- und Runterfahren meines Aktien-Engagements bis zum Laufzeitende der Papiere Ende Juni kommenden Jahres: Von steigenden Kursen profitiere ich maximal bis zur Marke von 3665 Zählern, die Erträge sind begrenzt. 

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