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01.02.2017

19:00 Uhr

Musterdepots

Das Ende der Übertreibung

Nach 36 Monaten Musterdepots wird es mal wieder Zeit, dass Georgios Kokologiannis eine Bilanz zieht. Der Handelsblatt-Autor setzt weiterhin auf seinen defensiven Kurs. Warum ihm die Einschätzung der Banken dabei hilft.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Frankfurt36 Monate sind vergangen seit Auflegung des Musterdepots. Zeit für die regelmäßige Zwischenbilanz. Die Wertentwicklung des Portfolios ist zuletzt etwas unter die langfristig anvisierte Renditespanne von sechs bis acht Prozent pro Jahr gerutscht: Umgerechnet entspricht das Plus einem jährlichen Ertrag von 5,3 Prozent.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

In den Zielkorridor zurückkehren wird er, sobald die Übertreibungsphase am Aktienmarkt ausläuft: Falls Dax & Co. nur noch auf der Stelle treten oder nach unten korrigieren, steigt der Portfoliogewinn bis Dezember auf über 26 Prozent – das wären knapp über acht Prozent per annum.

Bei einem Dax-Stand von über 11.800 Punkten hatte ich zuletzt in neue Reverse-Bonus-Zertifikate (WKN: DL7H20) investiert. Solange der deutsche Leitindex bis Ende dieses Jahres nicht auf 12.900 Punkte steigt, ist damit ein Gewinn von rund 16 Prozent möglich – selbst wenn die aktuelle Übertreibung an den Börsen nicht in eine überfällige Korrektur mündet.

Zumindest wenn man den Banken Glauben schenken kann, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich das Produkt erfolgreich entwickelt: Kein einziges vor Kurzem vom Handelsblatt befragtes Institut erwartet in seiner Jahresendprognose, dass 2017 solch ein hohes Indexniveau markiert wird. Selbst die größten Optimisten sehen den Dax nie oberhalb von 12.500 Punkten notieren.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

02.02.2017, 14:08 Uhr

@ Depot Kokologiannis: Zu Ihrem Konzept (Geschäftsmodell)

Die Schwankungen der Börse sind so riesig, dass viele Anleger abgeschreckt werden. Für alle Mitbürger, die größere Verluste nicht ertragen können, ist Ihr Konzept sehr attraktiv: 6 - 8 % pro Jahr ohne große Verlustrisiken zu verdienen, klingt zunächst einmal gut.

Aber es gibt eben 2 Blickwinkel. Neben dem Blick "im vorhinein" gibt es auch den Blick "nachträglich betrachtet". Und im nachhinein stellt sich dann heraus, dass die Absicherung des Depots gegen größere Verluste Rendite gekostet hat. Ich nenne dazu nur 2 Zahlen: Wer in den DAX investiert hat, hat in den letzten 3 Jahren 9,0 % p.a. verdient. Wer in den MDAX investiert hat, sogar 13,7 % p.a. Im nachhinein stellt der Anleger somit fest, dass ihm hohe Gewinne entgangen sind. Entgangene Gewinne sind aber genau so aufregend wie unrealisierte Verluste.

Meine Meinung: Die Alternative zu Absicherungskonzepten besteht darin, den Geldeinsatz bei Aktien zu beschränken. Damit sind wir beim Thema "asset allocation". Alle unsere Lehrbücher sagen, der Sparer soll seine Geldanlagen über verschiedene Anlageklassen breit streuen. Wer das tut, wer nur einen Teil seines Vermögens in Aktien investiert, kann die hohen Schwankungen des Aktienmarktes relativ leicht aushalten und braucht keine Absicherung seines Aktiendepots.

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