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21.07.2016

20:52 Uhr

Musterdepots

Das goldene Zeitalter ist vorbei

Ein Vierteljahrhundert zeigte sich die Rendite an den Börsen von ihrer schönsten Seite. Musterdepot-Autor Daniel Hupfer sieht diese Ära sich dem Ende zuneigen. Woran er das erkennen will und worauf es in Zukunft ankommt.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Renditen von Anleihen werden aufgrund der unkonventionellen Geldpolitik vieler Notenbanken auf lange Zeit auf niedrigem Niveau verharren. Dies bleibt natürlich nicht ohne Konsequenzen für Investoren, zumal Aktien in den kommenden Jahren vermutlich keine überdurchschnittliche Wertentwicklung aufweisen werden, mit der die extrem unterdurchschnittliche Wertentwicklung von Anleihen kompensiert werden könnte.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Als Faustformel gilt, dass die zukünftige Wertentwicklung von Aktien mit der Summe aus Dividendenrendite und nominalem BIP-Wachstum recht gut erklärt werden kann. Mit dieser Regel ließe sich mit sehr gutem Willen eine langfristige p.a.-Rendite von sieben Prozent unterstellen, wenn man wie wir davon ausgeht, dass Aktien derzeit in etwa fair bewertet sind. Geht man nun davon aus, dass die zukünftig zu erwartende Wertentwicklung von Anleihen in etwa der aktuellen Rendite auf Endfälligkeit entspricht, so sind die guten Ergebnisse der vergangenen Jahre nicht mehr zu realisieren.

Viele Anleger werden – wenn unsere Annahmen und Berechnungen stimmen – ihre Renditeerwartungen deutlich herabsetzen müssen. Vielleicht ist es nicht jedem so vorgekommen, aber die letzten 25 Jahre waren ein goldenes Zeitalter für Investoren. Jetzt kommt ein langer Marsch durch die öde Steppe, in der mehr als je zuvor aktives Management und effiziente Portfoliokonstruktionen gefragt sind.

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