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20.09.2016

18:04 Uhr

Musterdepots

Das Grundvertrauen in den deutschen Aktienmarkt

Eine Sentimentanalyse sagt dem deutschen Aktienmarkt eine hoffnungsvolle Entwicklung voraus. Musterdepotstratege Georgios Kokologiannis steht solchen Analysen aber skeptisch gegenüber. Die Musterdepots im Überblick.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Die Zuversicht in deutsche Aktientitel steigt auf ein neues Jahreshoch. Darauf deuten Indikatoren des Analysehauses Sentix hin. Die Fachleute untersuchen regelmäßig das Befinden der Anleger und ziehen daraus Schlüsse für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten. Bereits seit Februar erhöhe sich das Grundvertrauen der professionellen Anleger in Dax-Werte kontinuierlich, so die Beobachtung der Experten.

Gleichzeitig bleibe die kurzfristige Stimmung zwar gedämpft. Insgesamt sei dies ein positives Signal für die weitere Dax-Entwicklung. Das Fazit deckt sich mit dem jüngsten Ergebnis einer Sentiment-Auswertung, die das Handelsblatt in Zusammenarbeit mit dem Analysehaus Animusx regelmäßig erstellt. Auch hier werten die Fachleute unter dem Strich den aktuellen Gemütszustand der Investoren tendenziell positiv.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die jüngste Schwächephase am hiesigen Aktienmarkt drückt zwar auf die Stimmung der Anleger. Kurzfristig fürchten sie daher zunehmend eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung. Auf lange Sicht dagegen sei eine hohe Investitionsbereitschaft zu beobachten.

Ich stehe Sentimentanalysen zum hiesigen Aktienmarkt skeptisch gegenüber, die auf Basis der Befragung inländischer Marktbeobachter entstehen. Schließlich gehört die Mehrheit der Dax-Aktien ausländischen Anteilseignern. Deren Markterwartungen können ganz anders aussehen als die der heimischen Investoren – und dürften sich in den üblichen Sentiment-Analysen nicht zwingend wiederfinden. Das birgt hohes Potenzial für Fehlsignale der Sentiment-Analysen.

Im Dax etwa lag laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) der Anteil der Auslandsinvestoren am Aktienkapital im Frühsommer bei mehr als 55 Prozent. Rund drei von zehn Aktien gehören demnach Anlegern aus dem europäischen Ausland. Jede fünfte Aktie befindet sich sogar im Besitz von Investoren aus den USA und Kanada. Zudem waren bei 19 der 30 Dax-Unternehmen ausländische Eigentümer in der Mehrheit.

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