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08.09.2014

21:59 Uhr

Musterdepots

Das ist ein Warnsignal

Mario Draghi kündigte umfangreiche Maßnahmen an – und trotzdem kamen die Aktienmärkte nicht in die Gänge. Das zeigt eine gefährliche Tendenz: Die Instrumente der Notenbank werden unwirksam.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Trotz des überraschend umfangreichen Maßnahmenpakets der Europäischen Zentralbank (EZB) vom vergangenen Donnerstag treten die Aktienmärkte seitdem unterm Strich auf der Stelle. Keine Spur von einem Kursfeuerwerk, wie es früher nach vergleichbaren geldpolitischen Aktionen oft zu beobachten war. Das ist ein Warnsignal. Es wird deutlich, auf welch tönernen Füßen die Börsen derzeit stehen. Es lässt sich nur erahnen, wieviele Etagen tiefer  Dax und Co. jetzt stünden ohne die Verzweiflungstaten der EZB.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Ähnlich wie jahrzehntelang in Japan drohen zukünftige monetäre Impulse der Notenbank jetzt auch in der Eurozone zu versiegen. Mit meiner eher defensiven Depotaufstellung sehe ich mich genau richtig positioniert solange sich die realwirtschaftlichen Aussichten nicht bessern. Und derzeit bleibt die Perspektive düster: Italien etwa befindet sich auf dem Weg zurück in den Abschwung – und selbst in Deutschland kühlt sich die Wirtschaft deutlich ab.

Dazu passt, dass der jetzt veröffentlichte Sentix-Konjunkturindex für die Eurozone im September um 12,5 Punkte auf jetzt nur noch -9,8 Zähler eingebrochen ist. Das ist der der niedrigste Stand seit Juli 2013. Da nicht nur die so genannte Lagekomponente des Wirtschaftsbarometers unter die Null-Linie abgerutscht ist, sondern auch die „Erwartungskomponente“, signalisiert der Index, dass die Wirtschaft der Eurozone zurück in die Rezession fällt. Kein gutes Omen für die Aktienmärkte, auf denen bekanntlich die Zukunft gehandelt wird.

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