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28.09.2015

21:00 Uhr

Musterdepots

Das Portfolio gegen die Kursschmelze

Als der Dax einen Rekord nach dem nächsten jagte, hatte Geogios Kokologiannis auf eine Korrektur gesetzt. Nun steht der Dax bei rund 9500 Punkten. Zeit für unseren Autor, sein Portfolio etwas offensiver auszurichten.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Das Musterportfolio ist derzeit defensiver ausgerichtet als es die vergleichsweise geringe Cashquote zunächst vermuten lässt: Neben den knapp 6400 Euro Bargeld zählt auch der Bestand an Reverse-Bonuszertifikaten zu den Depotpositionen, denen ein weitere Rücksetzer am Aktienmarkt nichts anhaben kann (WKN: XM07NV). Dazu kommen Discountzertifikate auf den Dax sowie den US-Leitindex S&P 500, die zumindest Teilschutz vor erneuten Schwächephasen an den Börsen bieten.

Unter dem Strich wurde die Investitionsquote im Zuge der verbilligten Notierungen in den vergangenen Wochen dennoch erhöht. Setzt sich die Kursschmelze fort, dann werde ich weiter umschichten und das Depot noch etwas offensiver positionieren. Während ich noch Anfang August gewarnt hatte, dass etwa beim deutschen Leitindex aus fundamentalen Gründen hohe Verluste drohen, hat der Index inzwischen den unteren Rand meiner erwarteten Kursspanne erreicht.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Was ich damals an dieser Stelle geschrieben hatte: „Nur auf den ersten Blick taugt die fast abgeschlossene Berichtssaison bei den Dax-Konzernen als Rechtfertigung für weiter anziehende Aktienkurse. Zwar haben die deutschen Bluechips im Vergleich zum Vorjahresquartal die Gewinne je Aktie um durchschnittlich 14 Prozent ausgebaut.

Allerdings hat der Dax in den vergangenen Monaten mehr als doppelt so stark zugelegt wie die Quartalgewinne. Die Schere zwischen Aktienmarkt- und Gewinnentwicklung ist also noch weiter auseinandergegangen, statt sich zu schließen. Konkret: Wäre der deutsche Schwergewichte-Index in dem Tempo gestiegen wie die Unternehmensgewinne der 30 bedeutendsten börsennotierten Konzerne hierzulande, dann läge er jetzt bei rund 10.300 Punkten – nicht bei 11.400.

Und weiter:

„Noch Aufschlussreicher die langfristige Entwicklung: So ist der Dax seit Anfang 2011 um mehr als 62 Prozent geklettert. Ihren kumulierten, um Sondereffekte bereinigten Jahresgewinn konnten die Dax-Unternehmen im gleichen Zeitraum aber insgesamt lediglich um 15,5 Prozent steigern.“

Mein Fazit damals: „Selbst wenn man den Anteil am Dax-Kurszuwachs rausrechnet, der wegen der Eigenart des Börsenbarometers als sogenannter „Total-Return-Index“ auf die Dividendenzahlungen der vergangenen viereinhalb Jahre zurückzuführen ist: Auch dann ist der Dax-Anstieg immer noch deutlich mehr als doppelt so hoch, als auf Basis der Gewinnentwicklung gerechtfertigt wäre. Statt bei 11.400 Punkten müsste der Index dieser Rechnung zufolge aktuelle eher bei knapp 9.300 Punkten stehen.“

Inzwischen hat das deutsche Börsenbarometer genau dieses Terrain erreicht, das meiner Einschätzung nach nicht dauerhaft unterschritten werden dürfte.

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