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01.06.2015

18:30 Uhr

Musterdepots

Das Problem mit der „Stillen Reserve“ der USA

Daniel Hupfer nimmt die „Stille Reserve“ des US-Jobmarkts kritisch unter die Lupe, Georgios Kokologiannis braucht ein neues Dax-Bonuszertifikat und Alexander Kovalenko sucht nach afrikanischen „Einsteins“ der Zukunft.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Sechs Jahre nach dem Ende der „Großen Rezession“ hat sich der Arbeitsmarkt in den USA deutlich erholt. Die Arbeitslosenquote, die im Oktober 2009 bei zehn Prozent lag, ist zuletzt auf 5,4 Prozent gesunken. Im Juni 2004 lag diese bei 5,6 Prozent, so dass dies als Argument für eine bald bevorstehende Zinserhöhung gewertet werden könnte.

Allerdings ist der Blick allein auf die Arbeitslosenquote irreführend, wenn man beurteilen will, in welcher Verfassung sich der Arbeitsmarkt befindet. Denn im Unterschied zu 2004 ist der diesmalige Rückgang der Arbeitslosenquote zu einem nicht unerheblichen Teil darauf zurückzuführen, dass sich viele US-Amerikaner gar nicht mehr als arbeitslos registrieren lassen. Dies zeigt sich an der deutlich gesunkenen Partizipationsrate, die derzeit bei weniger als 63 Prozent  liegt, verglichen mit einem Wert von 65 Prozent im Oktober 2009.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Partizipationsrate ist das Verhältnis von Erwerbstätigen in Relation zum Erwerbspersonenpotenzial, wobei Letzteres aus den Erwerbstätigen, den Arbeitslosen und der „Stillen Reserve“, also den nicht registrierten Arbeitslosen, besteht. Während die Zahl der Beschäftigten mit mehr als 141 Millionen zuletzt einen neuen Rekordwert erreichte, lag die Arbeitslosenzahl mit gut 8,5 Millionen immer noch um fast zwei Millionen höher als es vor dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise im Sommer 2007 der Fall gewesen ist.

Im Unterschied zu damals ist aber zu berücksichtigen, dass die US-Bevölkerung in diesem Zeitraum um gut 20 Millionen und die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter um rund zehn Millionen zugenommen hat. Berücksichtigt man dies und würde man unterstellen, dass die Partizipationsrate bei 65 Prozent läge, würde sich aktuell eine Arbeitslosenquote von 8,6 Prozent errechnen.

Umstritten ist allerdings, ob es sich bei dem Rückgang der Partizipationsrate um ein zyklisches oder um ein strukturelles Phänomen handelt. Trotz dieser ungeklärten Frage ist aber festzuhalten, dass die Verbesserung am Arbeitsmarkt dazu führt, dass die Fed der einen Zielgröße ihrer Geldpolitik – Vollbeschäftigung – nähergekommen ist.

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