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09.12.2014

21:13 Uhr

Musterdepots

Das richtige Chance-Risiko-Verhältnis finden

Über die Euro-Krise redet kaum noch jemand – und das hat nicht ohne Grund. Viele Anleger halten das Auseinanderbrechen der Euro-Zone kaum noch für möglich. Alexander Kovalenko will das für sein Musterdepot nutzen.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die Analysten der französischen Investmentbank Natixis haben einen interessanten Bericht über die Entwicklung der Staatsanleihenmärkte in der Euro-Zone verfasst. So seien zum Beispiel die Renditen von zehnjährigen spanischen und italienischen Papieren von über sieben Prozent vor zwei bis drei Jahren auf unter zwei Prozent gefallen. Die französischen Anleihen liegen gerade bei unter einem Prozent.

Dies spiegelt die Tatsache wider, dass das Risiko des Auseinanderbrechens der Euro-Zone mit anschließender Abwertung der wiedereingeführten Lokalwährung bei der Euro-Peripherie von den Marktteilnehmern deutlich geringer eingeschätzt werde als noch vor ein paar Jahren. Außerdem wird auch das Risiko des Staatsbankrottes eines Euro-Landes niedriger bewertet, so die Ökonomen der Bank.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Es würde dabei allerdings zu wenig darauf geachtet, dass die Wettbewerbsfähigkeit einiger großer Volkswirtschaften, und vor allem von Italien und Frankreich, weiterhin sinkt, was eine hohe Arbeitslosigkeit und somit konjunkturelle sowie politische Risiken birgt. Darüber hinaus erhöht eine extrem expansive Geldpolitik der EZB die Wahrscheinlichkeit der Blasenentwicklung bei verschiedenen Asset-Klassen.

Die Natixis Analysten kommen zum Fazit, dass die Risiken einiger Problemländer der Eurozone nicht verschwunden, sondern von der EZB eher transformiert würden, was die aktuellen Staatsanleiherenditen allerdings nicht ganz korrekt widerspiegeln. Wir unsererseits schätzen aus der mittel- bis langfristigen Perspektive das Chance-Risiko-Verhältnis der europäischen Aktien deutlich höher als das von Anleihen. Dementsprechend versuchen wir den Privatanlegern aufzuzeigen, wie ein langfristig ausgerichtetes Aktiendepot aufgebaut werden kann.                            

Kommentare (1)

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Herr Edgar Cayce

10.12.2014, 13:23 Uhr

@Herr Kovalenko

Zitat: "Dementsprechend versuchen wir den Privatanlegern aufzuzeigen, wie ein langfristig ausgerichtetes Aktiendepot aufgebaut werden kann."

Mir fällt beim Anblick Ihres virtuellen Depots eher auf, dass Sie zeigen, welche Werte man eher meiden sollte. Dazu sind 4% YTD vor Steuern und Kosten im Vergleich zu einem simplen MSCI World ETF eher mickrig. Von der Zeitersparnis ganz zu schweigen.

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