Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.08.2015

21:05 Uhr

Musterdepots

Das Schema F

Wenn sich Öl- und Goldpreis stark bewegen, gibt es altbewährte Erklärungsmuster, die Börsianer typischerweise zur Erklärung heranziehen. Zeit für Alexander Kovalenko, sich diese Modelle mal genauer anzuschauen.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Das Comeback von Gold beziehungsweise das Aus für das Rohöl und die Konjunktur – das könnte man sicherlich meinen, wenn man die Börsen in den letzten Tagen beobachtet. Die Investoren nehmen gerade alle Nachrichten in Bezug auf das Rohöl wieder sehr stark war. Das erinnert an 2008. Ist das Öl zu teuer, bremst es die Konjunktur, hieß es damals.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Heute ist es genau andersrum. Hilfe, die Lagerbestände sind drastisch gestiegen, also muss es der Konjunktur schlecht gehen! Das ist viel zu kurz gegriffen. Entscheidender ist doch vielmehr der Verbrauch und nicht der Preis. Denn letzterer entsteht durch die Kombination aus Angebot und Nachfrage. Das Angebot ist – wie diese Woche bereits beschrieben – gestiegen. Doch auch die Nachfrage wuchs stetig. Nur eben nicht so stark wie der Produktionsanstieg und jetzt wird mehr gefördert als verbraucht.

Das dabei die Preise in Richtung der Produktionskosten laufen ist normal. Das Leverage und die Spekulation auf einen hohen Preis müssen sich abbauen. Dann erfahren wir auch einen faireren Wert dieses Rohstoffes. Was wir bei Gold wohl nie erleben werden. Eine Aussage über die Konjunktur lässt sich also wie beschrieben nur schwer anhand des Rohölpreises tätigen. Und auch der Verbrauch verändert sich, ohne dass es der Konjunktur schlechter gehen muss.

Europa verbraucht beispielsweise kontinuierlich wegen der Dekarbonisierung, sprich Energiewende, immer weniger. Deshalb ist strategisch von einer direkten Investition abzuraten, taktisch allerdings kann man irgendwann sagen: Der nächste kalte Winter kommt bestimmt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×