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03.06.2014

17:42 Uhr

Musterdepots

„Das Zocken überlasse ich spekulativen Investoren“

An den Börsen geht es gemächlich zu, doch hinter den Kulissen brodelt es. Aktionäre spekulieren über das weitere Vorgehen der Europäischen Zentralbank. Auf die Musterdepots kommen spannende Tage zu.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Nun ist es amtlich: Die Eurozone steht vor dem Abrutschen in die Deflation. Die Teuerungsrate in den 18 Staaten der Währungsunion sank im Mai überraschend stark auf nur noch 0,5 Prozent. So verheerend eine Spirale aus sinkenden Preiserwartungen der Verbraucher, Kaufzurückhaltung und daraus resultierenden Absatzproblemen der Unternehmen wäre – Börsianer haben sich genau dieses Bedrohungsszenario herbeigesehnt. Schließlich liefert es der Europäischen Zentralbank die Rechtfertigung für neue stimulierende Eingriffe in die Kapitalmärkte.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Fraglich, ob die Rechnung aufgeht. Zu hoch könnte EZB-Chef Mario Draghi zuletzt die Erwartungen an die Geldpolitik geschraubt haben: „Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Inflation zu lange zu niedrig ist“, hatte er vergangene Woche beteuert. Seitdem gilt es als ausgemachte Sache, dass nicht nur der Leitzins noch weiter gesenkt wird, sondern darüber hinaus noch weitere Maßnahmen beschlossen werden.

Mittlerweile wird sogar darüber spekuliert, dass die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem Vorbild der  US-Notenbank Fed vorbereite. Nach den deshalb immer weiter gestiegenen Aktienkursen muss Draghi nun das komplette Paket liefern. Das Enttäuschungspotenzial an den Börsen ist daher enorm. Niemand sollte sich darüber wundern, wenn es Donnerstagnachmittag  – nach der Ratssitzung der EZB und der anschließenden Pressekonferenz – ein paar Etagen tiefer geht an Europas Aktienmärkten. Zur Erinnerung: Erst Mitte März notierte der Dax noch rund eintausend Punkte tiefer als jetzt… Mit meiner vorsichtigen Depotaufstellung sehe ich mich momentan absolut angemessen positioniert. Das Zocken überlasse ich spekulativen Investoren.

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