Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.02.2015

20:12 Uhr

Musterdepots

Dax 21.000

Handelsblatt-Autor Georgios Kokologiannis blickt mit Sorge auf die EZB-Geldpolitik. Die aktuelle Entwicklung hält er für eine maßlose Übertreibung. Wie er sein Musterdepot dagegen absichert.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Um mehr als 30 Prozent ist der Dax inzwischen nach oben geschnellt, seitdem sich die Weichwährungspläne der Europäischen Zentralbank ab Mitte Oktober konkretisierten. Nachdem EZB-Chef Mario Draghi sein 1,1-Billionen schweres Gelddruckprogramm offiziell verkündet hat, nahm die Kaufwut an den Aktienmärkten noch weiter zu.

Allein die Marktkapitalisierung der sechshundert größten börsengehandelten Unternehmen in Europa hat sich in den vergangenen drei Monaten um über 1,2 Billionen Euro (!) aufgebläht. Schon dies übersteigt also die gesamte zusätzliche Liquidität, die „Währungshüter“ Draghi in das Finanzsystem pumpen will. Dabei hat die EZB bisher noch keinen einzigen zusätzlichen Euro geschöpft – das Wertpapierkaufprogramm startet im März und wird erst im September 2016 abgeschlossen sein.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Setzt sich die Überhitzung in diesem Tempo fort, dann steht der Dax bis zum Jahresende nicht bei 10.706 Punkten – so wie es drei Dutzend vom Handelsblatt befragte Banken bisher im Schnitt prognostizierten – sondern bei Pi mal Daumen 21.000 Zählern. Da ich die aktuelle Entwicklung für eine maßlose Übertreibung halte und mit Rückschlägen rechne, stocke ich meine Reverse-Bonuszertifikat auf den Dax (WKN: PS0UJV) auf. Diese Position soll dazu beitragen, das Musterdepot zu stabilisieren. Rund 18 Prozent Gewinn lassen sich damit erzielen, solange der deutsche Aktienindex bis Ende Oktober unter der Marke von 11.800 Punkten bleibt.

Während der Laufzeit entwickeln sich diese speziellen Anlageinstrumente tendenziell entgegengesetzt zum Dax – selbst gegen starke Börseneinbrüche sind sie damit absolut immun. Wichtig: Diese Absicherungsprodukte dienen lediglich als Ergänzung des bisherigen Portfolios. Nur in Kombination mit den anderen Bausteinen passen die Reverse-Papiere zu meiner auf Verlustvermeidung ausgerichteten Strategie. Denn falls der deutsche Leitindex doch unerwartet stark weitersteigen sollte – und die relevante Barriere bei 11.800 Punkten knackt, dann wird die Position separat betrachtet zum Minusgeschäft.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Peter Noack

04.02.2015, 08:23 Uhr

Seit Oktober ist der Dax um ca. 30 Prozent oder um 240 Mrd. Euro Börsenwert gestiegen.
Bei 21.000 Daxpunkten wäre der Börsenwert über 2.500 Mrd. Euro gestiegen oder er hätte sich Verdreifacht. Das alles ist ja soooo Gesund und fundamental begründet bei einem Wachstum von real 1,5 Prozent. Diesen Jux muss man im Karneval doch als gelungen bezeichnen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×