Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.02.2017

16:36 Uhr

Musterdepots

„Dax konsolidiert auf hohen Niveau“

Musterdepotstratege Sönke Niefünd macht sich Gedanken, bei welchem Dax-Kursniveau er wieder gute Investitionschancen sieht. Denn die Korrektur der Frankfurter Benchmark ist für ihn noch nicht abgeschlossen.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

FrankfurtObwohl ich erwarte, dass europäische Aktien ihr Kursniveau nicht nachhaltig verteidigen dürften, halte ich an zwei offensiven Depotwerten fest: Mit Sprintzertifikaten auf den Euro-Zonen-Leitindex Euro Stoxx 50 hatte ich nach Kurseinbrüchen im vergangenen Jahr auf eine Erholung gesetzt (WKN: VN13U0 und VN13UY).

Zwar ist der Euro Stoxx inzwischen über die Kursbereiche geklettert, in denen die Sprinter überproportional Erträge generieren – solange der Index allerdings nicht unter 3 050 beziehungsweise rund 3 225 Punkte fällt, erzielen sie bis Juni weitere 7,8 sowie fünf Prozent Seitwärtsrendite.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Anders als viele Analysten, die ihre Kursziele für Dax & Co. der jeweils aktuellen Börsenentwicklung gerne hinterher-“prognostizieren“ und deswegen zuletzt angehoben haben, halte ich an meiner bisherigen Einschätzung fest: Auf ihrem aktuellen Kursniveau sind die Abwärtsrisiken deutlich höher als die Renditechancen. Nicht nur weil Aktien inzwischen fundamental betrachtet nicht mehr günstig sind.

Auch weil Investoren derzeit politische Risiken im europäischen Superwahljahr weitestgehend ignorieren. Darauf deutet etwa ein spezielles Barometer hin: Der VStoxx-Index misst die von Investoren erwartete Schwankungsstärke am europäischen Aktienmarkt und dümpelt seit Wochen im untersten Sechstel seiner historischen Handelsspanne vor sich hin.

Dass bei Umfragen zu den Parlamentswahlen in den Niederlanden im März die rechtspopulistische Freiheitspartei vorn liegt, blenden die Märkte aus. Und auch die französische Präsidentenwahl beunruhigt kaum. Dabei steigen die Chancen auf einen Erfolg der rechtsextremen Front National mit ihrer Chefin Marine Le Pen. Die will Frankreich aus der EU und dem Euro herauslösen.

Das wäre der Anfang vom Ende der Gemeinschaftswährung. Anleger lässt all dies kalt − noch.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

08.02.2017, 17:33 Uhr

Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

diskutieren wir doch einmal Ihren "worst case". Was erwarten Sie denn bei einem Ende der Gemeinschaftswährung?

Ich würde davon ausgehen, dass wir einige Wochen Turbulenzen an den Finanzmärkten haben würden. Aber wäre das gleich das Ende der Welt?

Ich meine mich zu erinnern, dass wir die gesamte Nachkriegszeit bis zum Jahr 2002 ohne die Gemeinschaftswährung ausgekommen sind. Wir hatten dennoch ein "Wirtschaftswunder" und Dekaden mit hohen Wachstumsraten.

Zugegeben, zu DM-Zeiten hatten es unsere einheimischen Firmen schwerer. Neben dem ständigen Anstieg der Lohnkosten mußten sie auch mit der fortwährenden Aufwertung der DM fertig werden. Sie mußten somit stärker rationalisieren. Aber sie haben es immer und auch ohne EURO geschafft, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren und zu wachsen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×