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15.05.2015

17:06 Uhr

Musterdepots

Den Bullen gehen die Argumente aus

Die Talfahrt des Euro und der Rendite für zehnjährige Bundesanleihen diente vielen Optimisten als Grund dazu, die Aktienrally weiter zu befeuern. Doch nun erholen sich beide und die Argumente werden hinfällig.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Mehr als eintausend Punkte hat der Dax seit seinem Allzeithoch bei 12.390 Zählern vor rund einem Monat verloren. Wie tief wird der Leitindex noch einbrechen? Zur Orientierung eignet sich ein Blick auf die Ölpreise, den Euro sowie die Rendite der Bundesanleihen.

Deren jeweilige Talfahrt diente den Bullen als maßgebliches Argument für die irrwitzige Rally am deutschen Aktienmarkt. Doch inzwischen kehrt sich die Entwicklung um: Der Euro ist längst zurückgeklettert auf das Niveau vom Jahresanfang – als der Dax um die 10000er-Marke kämpfte. Der Preis für Nordsee-Öl und die Rendite zehnjähriger Bundesbonds befinden sich mittlerweile sogar wieder auf ihrem Stand vom November. Kein gutes Omen: Der Dax notierte damals nur vierstellig...

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Was sich Anleger ebenfalls in Erinnerungen rufen sollten: Es ist keine sechs Monate her, da gaben knapp drei Dutzend Bank-Analysten in ihrer Jahresprognose im Schnitt noch an, dass der Aktienindex bis Ende Dezember vorübergehend sogar bis auf 8680 Punkte einbrechen dürfte.

Selbst solch ein Extremszenario würde das Musterdepot praktisch schadlos überstehen. Dafür habe ich durch den Einsatz spezieller Derivate gesorgt, die auch in Abwärtsphasen an den Börsen für Rendite im Portfolio sorgen. Dazu zählen meine Reverse-Bonuszertifikate. Zum Beispiel eine Variante, die sich auf den Dax bezieht (WKN: XM07NV): Diese Anlageprodukte erzielen einen Ertrag von rund zwölf Prozent, wenn der deutsche Leitindex bis Mitte Dezember unterm Strich nur noch seitwärts läuft - oder sogar einbrechen sollte.

Während der Laufzeit entwickeln sich die Reverse-Zertifikate tendenziell entgegengesetzt zum Börsenbarometer. Zu dauerhaften Verlustbringern können die Zertifikate nur werden, wenn der Dax auf die Marke von 12.800 Punkten hochschießt und damit den Bonusmechanismus der Zertifikate zerstört.

Kommentare (1)

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Herr x y

15.05.2015, 20:19 Uhr

Kommentar zum vergnüglichen Wochenende:

Inzwischen gibt es soviel vagabundierende Liquidität in der Finanzwelt, daß man damit zum beinahe Nulltarif alles nur mögliche anstellen kann, um zu manipulieren. Die Politik hilft dabei kräftig mit mit manipulierten Statistiken und gesteuerten Impulsen an die Presse (sic, liebes HB!).

Börsenindizes: manipulierbar. Auszunehmen sind Dow Jones und €/$. Da ist das echte Volumen doch zu groß. Es sind aber Indikatoren dafür, was hinter den Kulissen abläuft.

Rohstoffe: Edelmetalle manipuliert, Energie (Öl, Gas) ebenso, wobei Geopolitik mitspielt.

Arbeitsmarktdaten, Wachstumsraten, Inflation: manipuliert.

Schulden: manipuliert, die Staaten kehren das meiste unter den Teppich. Der Westen mehr. Das sichtbare ist bereits schlimm genug.

Ich weiß nur eines: für eine Unze Gold konnte man vor 2000 Jahren eine Senatorentoga kaufen, heute einen Maßanzug. Oder vor 2000 Jahren seinen Haushalt einen Monat über Wasser halten, heute genauso.

Und dabei ist die Goldförderung längst over peak. Die Nachfrager - die Weltbevölkerung - jedoch noch längst nicht. Seit meiner Geburt hat sie sich verdreifacht! Grund genug, Platzangst zu bekommen!

Wer sein Schäflein noch nicht auf dem trockenen hat, wird sich wundern.


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