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01.12.2015

19:37 Uhr

Musterdepots

Der Blick auf die besten Aktien des Jahres

Titel mit guter Wertentwicklung bauen ihren Vorsprung gegen Jahresende häufig weiter aus, während schwache Titel zurückfallen. Warum das oft so zu beobachten ist, erklärt Daniel Hupfer.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Regelmäßig in den Wintermonaten gibt es Diskussionen über das sogenannte „Window Dressing“: Investoren und Fondsmanager hübschen ihre Portfolios auf, um dem Anleger ein gefälliges Depot präsentieren zu können. Dabei geht es nicht um die Performance zum Jahresende, an der sich zu diesem Zeitpunkt meistens nichts Entscheidendes mehr ändern lässt, sondern um die Titel, die im Portfolio ausgewiesen werden.

Eine angeblich beliebte Strategie ist es, Titel mit einer besonders guten Wertentwicklung über das Gesamtjahr noch in das Portfolio aufzunehmen und die Titel mit der schwächsten Wertentwicklung herauszunehmen. Durch diese Art des Window Dressings soll der Eindruck entstehen, dass der Investor oder Portfoliomanager gute Arbeit für den Kunden geleistet hat. Wir halten dies für eine wenig überzeugende Investmentstrategie, Titel nur aufgrund einer guten bzw. schlechten Wertentwicklung zu kaufen oder verkaufen, wenn dies nicht durch weitere Erwägungen flankiert wird.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dennoch könnte es ja sein, dass sich mehr hinter dem Window Dressing verbirgt, als lediglich optische Erwägungen. Denn wenn ausreichend viele Investoren zum Jahresende Titel mit einer guten Wertentwicklung kaufen und die schlecht gelaufenen Titel abstoßen, dann könnte dieses Verhalten Konsequenzen am Aktienmarkt haben: Titel mit guter Wertentwicklung müssten ihren Vorsprung gegen Jahresende weiter ausbauen, während Titel mit einer schwachen Wertentwicklung in diesem Fall auch in den Wintermonaten weiterhin zur Schwäche neigen müssten.

Wir haben daher anhand von vier großen Aktienindizes (DAX, Euro Stoxx 50, FTSE 100 und S&P 500) getestet, inwieweit dieser Effekt in der Vergangenheit zu beobachten war. Unsere Untersuchung zeigt, dass prinzipiell am Thema Window Dressing mehr dran sein könnte als nur optische Gründe. Prinzipiell kann es für Investoren Sinn machen, zum Jahresende nochmals einen Blick auf die besten Aktien des bisherigen Jahresverlaufes zu werfen.

Eine Gewinngarantie gibt es indes für diese Strategie nicht. Gerade für Anleger, die etwas Freude am Abenteuer haben, kann auch der Blick auf die Aktien interessant sein, die bislang sehr schwach abgeschnitten haben. Prinzipiell ist es wahrscheinlich, dass diese Werte auch zum Jahresende nochmals schlecht abschneiden. Das Risiko für eine Fehlentscheidung steigt jedoch erheblich an, wenn das Jahr bis November gut gelaufen ist; dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Trendwende im Dezember erhöht.

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