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12.08.2015

20:01 Uhr

Musterdepots

Der China-Ausverkauf ist irrational

Die chinesische Notenbankpolitik ist das Top-Thema auf dem Börsenparkett. Doch die Aktienverkäufe der vergangenen Tage sind irrational, findet Daniel Hupfer. Die Daimler-Aktie zeigt, warum.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die chinesische Zentralbank hält die europäischen Aktienmärkte weiterhin in ihrem Bann. Mit einer erneuten Schwächung des chinesischen Yuan nach der bereits erfolgten Abwertung am Dienstag setzte sich der Ausverkauf an den europäischen Börsen fort. Vor allem Unternehmen mit starkem China-Exposure verloren den zweiten Tag in Folge kräftig an Wert. Wie irrational sich Börsianer in dieser Marktphase verhalten, zeigt die Entwicklung der Aktien von Daimler.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Innerhalb der letzten beiden Tage sank die Marktkapitalisierung von Daimler um fast 8 Milliarden Euro. Dabei konnten die Stuttgarter in den vergangenen Monaten ihre Automobilabsätze kräftig steigern, insbesondere in China legte Daimler in den vergangenen Monaten entgegen dem Trend deutlich zu. Zudem werden die Währungseffekte aus den chinesischen Absätzen im Jahr 2015 positiv ausfallen, da der Yuan im Verhältnis zum Euro trotz der Abwertung seit Jahresanfang immer noch 5 Prozent im Plus ist.

Wir halten den aktuellen massiven Ausverkauf vieler deutscher Exportunternehmen für deutlich übertrieben, denn Währungsschwankungen sind kein neues Phänomen an den Kapitalmärkten. Unseres Erachtens fallen die aktuellen Geschehnisse in eine Marktphase, in der das Marktsentiment sowieso tendenziell negativ ist. Zudem sind die Umsätze aufgrund der Urlaubszeit gering. Zwar gehen wir davon aus, dass die Unsicherheit noch einige Tage, wenn nicht Wochen anhalten kann. Allerdings sollte sich dann die Überzeugung durchsetzen, dass die Währungsschwankungen in China der starken deutschen Industrie kaum Umsatz- und Gewinneinbußen bescheren werden.

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