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26.04.2015

12:31 Uhr

Musterdepots

Der erste Kilometer

Mario Draghi selbst bezeichnete das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank als einen geldpolitischen Marathonlauf. Nach gut einem Monat Laufzeit wird es für Daniel Hupfer Zeit, ein erstes Fazit zu sehen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Seit Anfang März kauft die Europäische Zentralbank im Rahmen des sogenannten „Public Sector Purchase Programme“ Staatsanleihen und andere festverzinsliche Wertpapiere von Behörden und supranationalen Institutionen aus der Eurozone an. Zusammen mit dem Ankaufprogramm für Asset-Backed Securities und dem Ankaufprogramm für Pfandbriefe bilden diese drei Kaufprogramme das Expanded Asset Purchase Programme und damit das Gegenstück der EZB zu den Programmen des „Quantitative Easing“ der amerikanischen Federal Reserve.

Insgesamt bewegen sich die Anleihekäufe der EZB auf ein Volumen von monatlich 60 Milliarden Euro. Setzt sie dieses Programm bis September 2016 um, würde sich die Bilanzsumme der EZB in diesem Zeitraum um rund 1.000 Milliarden Euro erhöhen. In den ersten sechs Wochen seit Beginn der Staatsanleihekäufe liegt die Zentralbank voll im Plan.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Es ist sicherlich noch viel zu früh, um wirklich nachhaltig beurteilen zu können, ob die Europäische Zentralbank ihre Ziele, die sie mit der unkonventionellen Geldpolitik verfolgt, erreichen wird. EZB-Präsident Mario Draghi hat selbst gesagt, dass sich die Notenbank auf einem geldpolitischen Marathonlauf einstellt, bei dem sie gerade erst den ersten Kilometer absolviert hat. Dennoch lässt sich immerhin schon ein kleines Zwischenfazit ziehen, wie sich die Notenbank auf der Kurzstrecke schlägt.

Und da sieht es gar nicht schlecht aus. Immerhin lässt sich beobachten, dass sich die Inflationserwartungen nach der Ankündigung und dem Beginn des Anleiheaufkaufprogramms der EZB etwas erhöht haben. Allerdings liegt der aktuelle Wert von knapp 1,7 Prozent für den Swapsatz, der die erwartete Inflation in fünf Jahren für die darauf folgenden fünf Jahre abbildet, immer noch deutlich niedriger als es im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre der Fall gewesen ist. Von daher kann man bislang auch allenfalls von einer Stabilisierung der Inflationserwartungen auf einem sehr niedrigen Niveau sprechen – nicht mehr und nicht weniger.

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