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12.05.2015

17:12 Uhr

Musterdepots

Der Euro hat sein Jahrestief hinter sich gelassen

Die Griechenland-Problematik überschattet die Finanzmärkte. Besonders betroffen sind Staatsanleihen und der Euro. Davon bleiben die Musterdepots nicht verschont. Wie die Autoren die derzeitige Börsenlage einschätzen.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

In den nächsten Wochen ist zunächst mit einer Aufwertung des US-Dollars im Verhältnis zum Euro zu rechnen. Danach aber dürfte die Gemeinschaftswährung ihre Erholungsbewegung wieder aufnehmen. Darauf deuten Indikatoren des Analysehauses Sentix. Es untersucht regelmäßig die Stimmung der Investoren und zieht daraus Schlüsse für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten.

Derzeit bröckele die Grundüberzeugung der Anleger für den Euro. Den Grund dafür sehen die Experten von Sentix darin, dass unter den Investoren offensichtlich ein Bewusstseinswandel erfolge, der mit der Griechenland-Problematik zusammenhängt.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Für das zweite Halbjahr prognostizieren die Fachleute aber ein deutliches Wiedererstarken der Gemeinschaftswährung. Denn die ebenfalls von Sentix erhobenen Konjunkturerwartungen der Marktteilnehmer würden für Europa deutlich besser ausfallen als für die USA – und damit für den Euro sprechen.

Ich schließe mich dieser Währungseinschätzung an und gehe anders als die meisten Analysten der Banken davon aus, dass der Euro sein Jahrestief bereits dauerhaft hinter sich gelassen hat. Die jüngsten positiven Wechselkurseffekte in den Dax-Bilanzen dürfen sich damit bald in das Gegenteil umkehren: Im vergangenen halben Jahr haben viele Unternehmen aus der Euro-Zone vom schwachen Euro profitiert, weil sie ihre Produkte außerhalb des gemeinsamen Währungsgebietes billiger verkaufen könnten.

Wie stark die Wechselkursänderungen zum Dollar beispielsweise auf die Bilanzen der Dax-Konzerne durchschlagen, hat die Commerzbank berechnet: Demnach verbuchen die 30 bedeutendsten deutsche börsennotierten Unternehmen in einem Geschäftsjahr wie 2015 einen rund achtprozentigen Sondergewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda), wenn die Gemeinschaftswährung um zehn Prozent gegenüber dem Dollar abwertet. Doch gilt diese Rechnung mit umgekehrten Vorzeichen auch für das spiegelverkehrte Szenario.

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