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14.08.2014

20:51 Uhr

Musterdepots

Der exklusive Unter-Ein-Prozent-Club

In Zeiten der Krisen in Nahost und der Ukraine flüchtet so mancher Anleger in Bundesanleihen. Dies verschafft Deutschland Zutritt zu einer elitären Auswahl niedrigzinszahlender Länder. Alexander Kovalenko resümiert.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die jüngsten geopolitischen Spannungen trieben Anleger wieder in Bundesanleihen und raus aus Aktien. Das Ergebnis ist eine Rendite für deutsche zehnjährige Staatspapiere von nur noch um ein Prozent. Damit reiht sich demnächst Deutschland in den exklusiven Club von Staaten ein, die Geld für 10 Jahre zu unter einem Prozent bekommen können. Unter den 25 Industrienationen ist die Schweiz im Moment das einzige Land, dass Gelder noch billiger bekommt.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Wer aus Aktien rausgeht, der muss Alternativen finden. Ich sehe in den jüngsten Bewegungen nur taktische Hintergründe. Das Geld wird wieder in die Aktienmärkte fließen in Ermangelung von Alternativen. Erfreulich ist, dass trotz der allgemeinen Marktkonsolidierung unser Schweizer Wert, die Baloise Holding AG, ein neues Hoch schafft. Ein führender Anbieter von Versicherungen und Finanzdienstleistungen für Vorsorge und Vermögen.

Die Gegenbewegung führen unsere südländischen Werte an. Die wirtschaftliche Erholung von Spanien, Italien und auch Portugal ist zwingend notwendig. Auch wenn die EZB keine Wirtschaftspolitik betreibt soll, die Belebung der Kreditmärkte in diesen Ländern muss der nächste Schritt zur Normalisierung sein.

Eine Jugendarbeitslosigkeit von 34 Prozent in Portugal bis 54 Prozent in Spanien ist dauerhaft nicht tragbar. Wir gehen davon aus, dass die Konjunktur in den Südländern in den nächsten zwölf Monaten einen klar positiven Trend aufweisen sollte. Deutschland könnte hingegen eine Verschnaufpause einlegen. Wir sind im Depot mit vielen unterbewerteten Unternehmen aus der südlichen Eurozone vertreten.

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