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23.08.2015

18:12 Uhr

Musterdepots

Der letzte Samba in Rio?

Mit Angela Merkels Besuch in Brasilien rückt der größte Staat Lateinamerikas wieder in den Blickpunkt. Für das aufstrebende Schwellenland läuft es derzeit gar nicht gut. Alexander Kovalenko fasst die Probleme zusammen.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Düsseldorf„An d'r Copacabana es och nix jekoch“ oder eine freie Übersetzung dieser Textzeile eines kölschen Liedes von den Bläck Fööss: An der Copacabana in Brasilien ist auch nicht viel los. Von der fünften Jahreszeit sind wir noch weit entfernt, aber Brasilien macht in letzter Zeit wieder verstärkt auf sich aufmerksam. Nein, die Fußball WM war schon. Und die Olympiade kommt noch. Das einstige Musterland der Emerging Markets steckt in einer heftigen Krise.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Wirtschaftsleistung gemessen am BIP schrumpft vermutlich dieses Jahr um zwei Prozent. Diese negativen Nachrichten hat der Bovespa, der Aktienindex von Brasilien, mit weiteren Kursverlusten bestraft. Von seinen Höchstständen Anfang 2011 hat der Index bereits über 60 Prozent verloren und ein Ende ist nicht in Sicht. Brasilien erstickt im Sumpf der Korruptionen und die Präsidentin Dilma Rousseff hat immer weniger politischen Rückhalt.

Dabei bräuchte das Land gerade jetzt eine starke politische Führung um die notwendigen Reformen anzustoßen. Vielleicht wurden gerade allerdings die ersten Schritte in die richtige Richtung getan. Brasilien ist klassisch vom Rohstoffexport abhängig.

Die sinkenden Preise treffen das Land sehr hart. Da liegen der Abbau der Rohstoffabhängigkeit und der geplante Verzicht von Öl, Kohle und Gas nahe. Die entscheidenden Jahre Brasiliens stehen jetzt bevor. Entweder das Land fällt in die zweite Reihe der Schwellenländer zurück oder schafft den Anschluss an die Industrienationen. Es werden auf jeden Fall noch einige Sambastunden bis dahin vergehen.

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