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28.02.2017

18:34 Uhr

Musterdepots

Der Markt glaubt zu sehr an Trump

Die Politik bestimmt wieder die Märkte. Das könnte zu heftigen Kursausschlägen nach unten führen, glaubt Sönke Niefünd und warnt die Anleger vor ihrem eigenen Optimismus. Sollten die Kurse rutschen, wolle er zukaufen.

Sönke Niefünd

Sönke Niefünd

Sönke Niefünd

FrankfurtAngesichts politischer Risiken in Europa und den USA glauben wir nicht an eine Straffung der Geldpolitik. Mit Blick auf die anstehenden Wahlen in den Niederlanden am 15. März, Frankreich im Mai und Deutschland im September, sehen wir eine wachsende politische Unsicherheit. Sollten es zu „politischen Unfällen“ kommen, dürfte sich der europäische Aktienmarkt ähnlich wie im letzten Jahr beim Brexit verhalten. Kurze kräftige negative Kursausschläge, welche wir nutzen wollen, um Aktien zu erwerben.

Sönke Niefünd

Der Anleger Niefünd

Das Anlageziel besteht darin, nachhaltig zu investieren und dabei einen langfristigen Vermögenszuwachs zu erzielen. Dazu werden je nach Einschätzung der Wirtschafts- und der Börsenaussichten Wertpapiere erworben und veräußert. Dabei wird besonders auf die Risikostreuung geachtet.

Der Stratege Niefünd

Unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien der Themengebieten Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance), auch ESG-Ansatz genannt. Das Mandat wird aktiv gemanagt, gleichzeitig werden jedoch strategisch langfristig Positionen gehalten. Wir verfolgen die Umsetzung der „Politik der ruhigen Hand“. Es werden Fonds, ETFs und Einzeltitel gekauft, die unseren Kriterien erfüllen. Die Auswahl der Einzeltitel erfolgt in den Themengebieten innerhalb der 4 Säulen Wirtschaftliches, Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Ansatz). Ausgewählte Wertpapiere haben in jedem Bereich mindestens 65 Punkte von 100 Punkten im Bereich der Nachhaltigkeit. Zudem kommen Negativkritieren und ein Best-in-Class Ansatz bei der Einzeltitelauswahl zum Tragen.

Die Regeln Niefünd

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Sönke Niefünd hat allerdings zum 1. August 2016 das Depot von Daniel Hupfer von der M.M. Warburg übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Mittlerweile besteht unseres Erachtens zunehmend die Gefahr, dass am Markt in Hinblick auf Donald Trump bereits ein zu großer Optimismus vorherrschen könnte. Ob Trump seine Pläne, Steuern zu senken, auch gegen die eigene republikanische Partei im Repräsentantenhaus durchsetzen kann, wird sich am Dienstag Abend zeigen. Denn im Senat gebe es Widerstand gegen defizitfinanzierte Infrastrukturprogramme. Nach Trumps Plänen soll das Steuersystem einfacher werden und die amerikanischen Unternehmen sollten es leichter haben, im weltweiten Wettbewerb zu bestehen.

Die Mittelschicht solle von Steuersenkungen profitieren. Diese Ziele hatte Trump bereits im Wahlkampf ausgegeben. Details seiner Reformpläne ist der Republikaner bislang schuldig geblieben. Die Steuererleichterungen werden nach Aussagen des Finanzministers Steven Mnuchin erst im August kommen und wir erwarten den positiven Wirtschaftseffekt erst in 2018. Sollte Trump konkrete Aussagen zu diesen Themen meiden, dürfte der Dow Jones dies mit deutlichen Abschlägen quittieren. Am Mittwoch dürften wir das im Dax auch direkt verspüren.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

28.02.2017, 11:13 Uhr

Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

am Montag haben Sie die Sentiment-Umfrage von Stephan Heibel vorgestellt. Seiner Meinung nach stirbt eine Rally nicht an Altersschwäche, sondern an Euphorie. Von dieser Todesursache sind wir weit entfernt. Heibel geht somit von einer Fortsetzung der Rally aus und schreibt "Taucht der DAX ab, sind dies Kaufkurse". Also können wir in aller Ruhe abwarten, ob tatsächlich Kaufkurse kommen.

Dieses Abwarten fällt den ganz großen Aktienstrategen sichtlich schwer. Seit ein paar Tagen verbreiten sie die Behauptung, Trump müsse nun die Konturen seiner angekündigten Steuerreform alsbald vorstellen. "Ansonsten...". Welches nationale Unglück ansonsten zu erwarten ist, sagen unsere ganz großen Aktienstrategen nicht. Also brauchen wir unsere Vorstellungskraft.

Oder wenigstens das Wissen, dass Trumps Wirtschaftsprogramm sehr umfangreich ist und Steuersenkungen nur ein wichtiger Programmpunkt sind. Weiter wird man wohl davon ausgehen können, dass Trump die versprochenen Steuersenkungen nicht einfach absagt. Vermutlich wird er sagen, dass daran noch gefeilt werden muß und er die Vorstellung um einige Monate verschieben möchte. Ob dadurch an den Weltbörsen ein Ausverkauf stattfindet, mögen die Handelsblatt-Redakteure selbst beurteilen. Vielleicht lesen Sie dazu in der heutigen Ausgabe Ihres Blattes den Artikel "Kursparty nach Trumps Rede".

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