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07.02.2016

21:35 Uhr

Musterdepots

Der Tiefflug des Drachen

Die Gedankenspiele um Chinas Währung, den Yuan, nehmen kein Ende. Angesichts riesiger Dollar-Reserven bleibt dem Reich der Mitte genug Luft zum Atmen. Die Abwertung verhindern muss das aber nicht, meint Daniel Hupfer.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Am Markt wird derzeit spekuliert, ob die chinesische Währung gegenüber dem US-Dollar weiter abwerten muss. Ein Blick auf die Devisenreserven des Landes zeigt, dass die Notenbank die Währung offenbar schon länger gegen eine Abwertung verteidigt. Die Reserven ohne Goldbestände sind von rund vier Billionen US-Dollar Mitte 2014 auf rund 3,3 Billionen US-Dollar im Dezember 2015 abgeschmolzen. Diese Entwicklung ist vom Trend her stark negativ, absolut betrachtet liegen die Devisenreserven aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Unter Länder-Risikoaspekten schauen wir uns daneben auch an, wie hoch die kurzfristig fälligen Auslandsschulden sind. Im Falle einer Vertrauenskrise können die Devisenreserven als Puffer dienen, um kurzfristig fällige Auslandsschulden weiter bedienen zu können. Die Reserven Chinas sind unseren Berechnungen nach für diesen Zweck immer noch mehr als ausreichend. Die Deckung von kurzfristigen Auslandsschulden mit Devisenreserven hat jedoch wesentlich stärker abgenommen als der Blick auf die Reserven allein verrät. Vor diesem Hintergrund halten wir es durchaus für möglich, dass der Yuan in den kommenden Monaten nochmals etwas abwertet.

Als Konsequenz könnte der Druck auf die exportorientierten Unternehmen in Deutschland weiter anhalten. Dieser Druck ist allerdings nur zum Teil gerechtfertigt. Zwar fallen die chinesischen Gewinne bei einer Abwertung des Yuan für hiesige Unternehmen geringer aus, allerdings lässt dies die Tatsache unberücksichtigt, dass sich viele Unternehmen gegen solche Währungsschwankungen gesichert haben. Zudem muss ebenso berücksichtigt werden, dass viele Unternehmen auch Produktionsstätten in China haben und somit auch die Kostenbasis auf chinesischen Yuan lautet.

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