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06.03.2017

16:45 Uhr

Musterdepots

Der Umbau geht weiter

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Das Redaktionsdepot wird von Ulf Sommer weiter umgebaut – er setzt auf günstige Indexfonds.

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Die Handelsblatt-Musterdepots und ihre Manager

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Ulf Sommer, Handelsblatt

Das gab es schon lange nicht mehr: Die Unternehmensgewinne in Europa und vor allem Deutschland steigen schneller als in den USA. 2017 scheint sich der Trend fortzusetzen. Dennoch sind die Konzerne gemessen an ihren Gewinnen niedriger bewertet – der Dax ist dabei preiswerter als der Euro Stoxx und der noch etwas teurere Dow Jones. Dennoch hinken die Aktienmärkte hierzulande gegenüber der Wall Street deutlich hinterher.

Ulf Sommer

Der Redakteur

Mit den Finanzmärkten, der Geldanlage und branchenübergreifenden Unternehmensthemen wie Dividenden, Aktienrückkäufe und vor allem Bilanzkennzahlen beschäftigt sich der promovierte Historiker beim Handelsblatt seit über 15 Jahren.

Die Strategie

Das Kapital wird kurzfristig nicht gebraucht. Es dient vielmehr der Altersvorsorge, dem späteren Studium der Kinder oder dem Kauf eines Hauses im Rentenalter. Deshalb steht nicht der kurzfristige Werterhalt um jeden Preis, sondern die langfristige Mehrung des Kapitals im Fokus. Verlustzeiten sind schmerzhaft, können aber ausgesessen werden. Zur Auswahl stehen Einzelaktien, Aktien-Indizes in Form von Zertifikaten, Gold, große Währungen wie Euro, Dollar und Yen sowie Hebel-Zertifikate. Mit ihnen eröffnet sich die Möglichkeit, auf stark steigende oder fallende Märkte zu spekulieren. Anleihen scheiden bis auf weiteres auf Grund aus, weil die Zinsen und Renditen zu unattraktiv sind.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Ulf Sommer hat allerdings zum 6. März 2017 das Depot von Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Wir reagieren und setzen auf den gesamten Dax mit einem kostengünstigen Indexfonds. Dieser spiegelt den Kursverlauf eins zu eins wider.

Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Die Übernahme von Opel durch den Peugeot-Citroen-Konzern (PSA) scheint in trockenen Tüchern zu sein. Nun sind die konkreten Zahlen bekannt gegeben worden. PSA zahlt 1,3 Milliarden Euro für Opel und sein Pendant in Großbritannien, Vauxhall, an General Motors. Zusätzlich wird das europäische Geschäft von GM Financial für 900 Millionen übernommen. An dieser Transaktion ist außerdem die französische Großbank BNP Paribas beteiligt. Im Gegenzug erhalten die Franzosen von den Amerikanern rund drei Milliarden Euro als Kompensation für die übernommenen Pensionsverpflichtungen.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Übernahme von Opel/Vauxhall scheint für alle beteiligten Unternehmen Sinn zu machen. General Motors wird seine europäische Tochter, welche sich permanent in den roten Zahlen befindet, abstoßen und sich auf seine Kernmärkte konzentrieren. PSA wird zu einem deutlich größeren Player am globalen Automobilmarkt aufsteigen und von den Synergieeffekten beim Einkauf, Vertrieb sowie bei Forschung und Entwicklung profitieren. Opel hat die Chance mittels der Restrukturierungserfahrungen von PSA endlich zu einem profitablen Unternehmen zu werden. Die Peugeot-Aktie, welche sich in unserem Musterdepot befindet, legte im Tageshandel am Montag deutlich zu.

Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Mitte des vergangenen Monats haben die Deutsche Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit die Schlichtungsempfehlung für den bis dahin festgefahrenen Vergütungstarifstreit angenommen. Der Aktienkurs der Lufthansa hat sich seitdem um 6,5 Prozent verbessert und notiert auch heute fester bei einem sonst schwächeren Dax. Die in unserem Musterdepot gehaltene nachrangige Anleihe konnte ebenfalls zulegen (+ 1,72 Prozent seit Mitte Februar, + 2,64 Prozent in 2017). Wir fühlen uns weiterhin wohl mit dieser Kapitalanlage, welche uns bis 2021 einen festen Kupon von 5,125 Prozent pro Jahr beschert und danach variabel verzinst wird.

Sönke Niefünd

Der Anleger Niefünd

Das Anlageziel besteht darin, nachhaltig zu investieren und dabei einen langfristigen Vermögenszuwachs zu erzielen. Dazu werden je nach Einschätzung der Wirtschafts- und der Börsenaussichten Wertpapiere erworben und veräußert. Dabei wird besonders auf die Risikostreuung geachtet.

Der Stratege Niefünd

Unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien der Themengebieten Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance), auch ESG-Ansatz genannt. Das Mandat wird aktiv gemanagt, gleichzeitig werden jedoch strategisch langfristig Positionen gehalten. Wir verfolgen die Umsetzung der „Politik der ruhigen Hand“. Es werden Fonds, ETFs und Einzeltitel gekauft, die unseren Kriterien erfüllen. Die Auswahl der Einzeltitel erfolgt in den Themengebieten innerhalb der 4 Säulen Wirtschaftliches, Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Ansatz). Ausgewählte Wertpapiere haben in jedem Bereich mindestens 65 Punkte von 100 Punkten im Bereich der Nachhaltigkeit. Zudem kommen Negativkritieren und ein Best-in-Class Ansatz bei der Einzeltitelauswahl zum Tragen.

Die Regeln Niefünd

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Sönke Niefünd hat allerdings zum 1. August 2016 das Depot von Daniel Hupfer von der M.M. Warburg übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Am kommenden Donnerstag veröffentlicht die Deutsche Lufthansa die Verkehrszahlen für den Monat Februar und am 16. März den Geschäftsbericht für das Jahr 2016. Wir sind zuversichtlich, dass sich die gute Entwicklung dann fortsetzen wird. Unter Nachhaltigkeitsaspekten wird die Deutsche Lufthansa von uns mit einem durchschnittlichen Gesamtwert in Höhe von 72,44 bewertet.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

06.03.2017, 17:48 Uhr

Sehr geehrter Herr Sommer,

so ganz verstehe ich Sie nicht. Da schreiben Sie lange Artikel, warum der MDAX verglichen mit seinem großen Bruder deutlich überlegen ist. Aber trotz dieser Überzeugung kaufen Sie dann den DAX.

Dass amerikanische Aktien teurer als deutsche Werte sind, erleben wir seit 100 Jahren. Aber wenn die Wall Street hustet, kriegt der DAX die Grippe.

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