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07.03.2017

17:59 Uhr

Musterdepots

Der Umbau geht weiter

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Das Redaktionsdepot wird von Ulf Sommer weiter umgebaut. Er setzt auf eine Traditionsfirma.

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Die Handelsblatt-Musterdepots und ihre Manager

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Ulf Sommer, Handelsblatt

Wir haben zu viel Bargeld, trotz der Risiken an der Börse. Wir kaufen Anteile an einem Unternehmen, das dreimal in gut einem Jahr seine Prognose anhob und anschließend auch lieferte. Die Münchener profitieren vom radikalen Konzernumbau und den Fokus auf margenstarke Geschäftsfelder. Milliardenerlöse winken aus Konzernabspaltungen, wie der Gesundheitstechnik und dem Windkraftgeschäft.

Ulf Sommer

Der Redakteur

Mit den Finanzmärkten, der Geldanlage und branchenübergreifenden Unternehmensthemen wie Dividenden, Aktienrückkäufe und vor allem Bilanzkennzahlen beschäftigt sich der promovierte Historiker beim Handelsblatt seit über 15 Jahren.

Die Strategie

Das Kapital wird kurzfristig nicht gebraucht. Es dient vielmehr der Altersvorsorge, dem späteren Studium der Kinder oder dem Kauf eines Hauses im Rentenalter. Deshalb steht nicht der kurzfristige Werterhalt um jeden Preis, sondern die langfristige Mehrung des Kapitals im Fokus. Verlustzeiten sind schmerzhaft, können aber ausgesessen werden. Zur Auswahl stehen Einzelaktien, Aktien-Indizes in Form von Zertifikaten, Gold, große Währungen wie Euro, Dollar und Yen sowie Hebel-Zertifikate. Mit ihnen eröffnet sich die Möglichkeit, auf stark steigende oder fallende Märkte zu spekulieren. Anleihen scheiden bis auf weiteres auf Grund aus, weil die Zinsen und Renditen zu unattraktiv sind.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Ulf Sommer hat allerdings zum 6. März 2017 das Depot von Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Aktie, Siemens, kletterte gerade auf ein Allzeithoch, wir folgen diesem Trend. Gemäß der Weisheit, dass sich Trends an der Börse und im realen Leben häufiger fortsetzen als umkehren.

Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Unser Musterdepot enthält derzeit neben 15 Einzelaktien fünf Zertifikate auf Basis der ausgewählten Wikifolios von der innovativen Social-Trading-Plattform wikifolio.com. Eines davon ist das „SR wisdom capital spekulativ“-Wikifolio von Sebastian Reese. Die Stärke von Herrn Reese und seines Wikifolios liegt in einem selbstentwickelten aktiven Trading-Ansatz. Dieses Wikifolio wurde von uns zwecks Strategiediversifikation bei unserem sonst sehr fundamental ausgerichteten Musterdepot beigemischt.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

In den letzten Tagen hat der Portfoliomanager einige Transaktionen durchgeführt. So hat er die Monsanto-Position mit rund sieben Prozent Gewinn komplett verkauft. In seinem Kommentar schreibt Herr Reese, dass er zwar von einer erfolgreichen Übernahme von Monsanto durch Bayer ausgehe, es könne aber noch monatelang dauere, bis die Kartellbehörden zugestimmt haben.

Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Experten und Führungskräfte aus der Energie-Industrie treffen sich jährlich auf der CERA-Week, welche in diesem Jahr bis zum 10. März in Houston stattfindet. Dort hat der CEO der in unserem Musterdepot enthaltenen Statoil ASA bekannt gegeben, bis zum Jahr 2030 die Investitionen in erneuerbare Energien von aktuell 5 Prozent des gesamten Investitionsvolumens auf 15 bis 20 Prozent zu erhöhen. Damit begegnet Statoil ASA einer künftig erwartet schwächeren globalen Nachfrage nach fossiler Energie. Der zuvor schon gute ESG-Wert wird sich dadurch im Bereich Environment nochmals verbessern, aktuell ist Statoil wie folgt aufgestellt: Environment (E) = 89,72; Social (S) = 65,72 und Governance (G) = 85,69. Dadurch ergibt sich ein Gesamt-ESG-Wert von 80,38. Zusammen mit den Punkten für Wirtschaftlichkeit (79,87) zeigt Statoil einen guten Gesamt-OMS-Durchschnittswert von 80,13.

Sönke Niefünd

Der Anleger Niefünd

Das Anlageziel besteht darin, nachhaltig zu investieren und dabei einen langfristigen Vermögenszuwachs zu erzielen. Dazu werden je nach Einschätzung der Wirtschafts- und der Börsenaussichten Wertpapiere erworben und veräußert. Dabei wird besonders auf die Risikostreuung geachtet.

Der Stratege Niefünd

Unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien der Themengebieten Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance), auch ESG-Ansatz genannt. Das Mandat wird aktiv gemanagt, gleichzeitig werden jedoch strategisch langfristig Positionen gehalten. Wir verfolgen die Umsetzung der „Politik der ruhigen Hand“. Es werden Fonds, ETFs und Einzeltitel gekauft, die unseren Kriterien erfüllen. Die Auswahl der Einzeltitel erfolgt in den Themengebieten innerhalb der 4 Säulen Wirtschaftliches, Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Ansatz). Ausgewählte Wertpapiere haben in jedem Bereich mindestens 65 Punkte von 100 Punkten im Bereich der Nachhaltigkeit. Zudem kommen Negativkritieren und ein Best-in-Class Ansatz bei der Einzeltitelauswahl zum Tragen.

Die Regeln Niefünd

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Sönke Niefünd hat allerdings zum 1. August 2016 das Depot von Daniel Hupfer von der M.M. Warburg übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

An der deutschen Börse gewinnt die Aktie ein halbes Prozent. Wie Anfang Februar erläutert, beobachten wir die Kursentwicklung von Statoil ASA (nach Ankündigung von Sparmaßnahmen) wegen eines möglichen Verkaufs, sind jedoch auch wegen der guten Dividendenrendite in Höhe von 4,76 Prozent sehr entspannt.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

08.03.2017, 11:22 Uhr

Sehr geehrter Herr Sommer,

unnachahmlich und ein Höhenflug menschlichen Geistes, wie Sie bei DAX 12 000 Punkten Ihr Depot im Rekordtempo mit DAX-Werten auffüllen. Dank Ihrer prophetischen Gaben haben Sie wohl die Gewißheit, dass es von nun an keine Rückschläge, Korrekturen oder Baisse-Trends mehr geben wird. Dass der DAX wie am Schnürchen gezogen auf 15 000 Punkte klettert und dann nach kurzer Erholungspause die 20 000 in Angriff nimmt.

Ich bin der festen Überzeugung, "von Sommer lernen, heißt siegen lernen". Mein Mann ist auch ein Fan von Ihnen. Er meint, Ihr Geheimnis liege wohl im Einkauf.

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