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25.02.2015

19:29 Uhr

Musterdepots

Deutsche Anleger verschenken bares Geld

Der Dax eilt von einem Rekord zum nächsten, doch die deutschen Anleger nehmen an der Rekordjagd nicht teil. Musterdepot-Autor Daniel Hupfer kann diese „Aktien-Resistenz“ nicht verstehen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Aktien genießen bei deutschen Privatanlegern einen unverändert schlechten Ruf. So ist das Interesse an Aktien oder Aktienfonds in Deutschland so gering wie selten zuvor in den vergangenen 20 Jahren. Dabei ist das Geldvermögen mit mehr als fünf Billionen Euro so hoch wie niemals zuvor. Der Hauptgrund für das geringe Aktienengagement ist das traditionell hohe Sicherheitsbedürfnis.

Rund zwei Drittel des Durchschnittsvermögens wird als Bargeld gehalten oder liegt auf Termingeldkonten und auf Sparbüchern. Die Rendite dieser Anlagen geht mittlerweile gegen null, und eine Änderung ist in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht absehbar. Denn spätestens seitdem die EZB im vergangenen Sommer Negativzinsen für Einlagen der Geschäftsbanken eingeführt hat, sollte jedem klar sein, dass wir endgültig auf die Nullzinswelt zusteuern.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Mit dem Verzicht auf Aktien verschenken deutsche Anleger jedes Jahr bares Geld, das bei der Altersvorsorge und dem zukünftigen Konsum fehlt. Dabei zeigen Berechnungen, dass schon eine geringe Aktienquote von 20 Prozent ausreicht, um eine wesentlich bessere und immer noch schwankungsarme Rendite zu erzielen als dies mit Sichteinlagen möglich ist.

Mit unserem Privatbankdepot verfolgen wir sogar eine noch offensivere Strategie, unsere Aktienquote beträgt derzeit rund 70 Prozent. Dies liegt unter anderem daran, dass wir aufgrund unserer positiven Einschätzung der fundamentalen Rahmenbedingungen davon ausgehen, dass die Aktienkurse trotz der positiven Entwicklung in den vergangenen Monaten weiteres Aufwärtspotenzial haben. Kritisch für Aktien wird es immer dann, wenn es eine Rezession gibt oder Aktienmärkte überbewertet sind. Beides ist derzeit nicht der Fall.

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