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05.11.2015

20:05 Uhr

Musterdepots

„Die Bäume wachsen nicht in den Himmel“

Das große Spekulieren ist in vollem Gange: Wie sehr kann der Dax zum Jahresende noch zulegen? Unser Autor Daniel Hupfer ist gedämpft optimistisch – und plädiert für einen pragmatischen Blick auf die Dinge.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die diesjährige Jahresendrally an den Aktienmärkten hat bereits Anfang Oktober begonnen. So gewann der Dax in den vergangenen gut vier Wochen über 1.000 Punkte an Wert und liegt mittlerweile wieder bei etwa 11.000 Punkten und damit seit Jahresanfang über zehn Prozent im Plus. Aufgrund der hohen Aktiengewichtung unseres Depots von knapp 74 Prozent konnten wir an dieser Bewegung kräftig partizipieren.

Insgesamt liegt unser Depot seit Jahresanfang wieder zweistellig im Plus, so dass wir aktuell über unserem Erwartungswert für die Jahresrendite von sechs bis acht Prozent liegen. Die von uns erworbenen Aktien und Aktienfonds haben sich in diesem Jahr mit einem Wertzuwachs von knapp 14 Prozent überdurchschnittlich gut entwickelt.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Der Performancebeitrag der Anleihen ist dagegen sehr bescheiden ausgefallen. Hier schlägt das niedrige Zinsniveau immer stärker durch. Aufgrund der hohen Volatilität im Anleihebereich und der gestiegenen Korrelation zu den Aktienmärkten stellt sich immer mehr die Frage, ob Anleihen tatsächlich noch der sichere Hafen sind und ob durch eine Beimischung von Anleihen die Portfoliovolatilität gesenkt werden kann.

Ob sich die Aktienmarktentwicklung in den verbleibenden Wochen des Jahres weiterhin so dynamisch zeigen wird ist fraglich. Dafür spricht die sehr expansive Geldpolitik der europäischen Notenbank, die im Dezember mit hoher Wahrscheinlichkeit noch stimulierender ausgerichtet wird. Das volkswirtschaftliche Umfeld hat sich dagegen in vielen Regionen der Welt eingetrübt.

Insbesondere die Daten aus den Schwellenländern sind sehr schwach. Aber auch in den USA werden derzeit sehr heterogene Daten veröffentlicht. Einzig in Europa ist die Konjunkturdynamik derzeit positiv. Insofern rechnen wir nicht damit, dass die Bäume am Aktienmarkt in den Himmel wachsen werden.

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