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08.09.2016

17:28 Uhr

Musterdepots

Die berechenbaren Absichten der EZB

Die Zentralbank steht bei verschiedenen Interessengruppen in der Kritik für ihren ultraexpansiven Kurs. Doch nicht nur der stößt auf Unverständnis. Georgios Kokologiannis nähert sich mal aus einer anderen Perspektive.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Wo eine große Nachfrage ist, da kommt schnell ein entsprechendes Angebot auf den Markt. Diese Wirtschaftsregel gilt auch für das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB). Denn seit deren Präsident Mario Draghi im Marz die Ankaufpläne verkündet hat, haben die Banken EZB-fähige Firmenanleihen im Volumen von mehr als 110 Milliarden Euro begeben - mehr als das Doppelte gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Offenbar berücksichtigen die Banken vor der Anleiheemission bereits die Vorgaben der EZB. So einfach können Geldinstitute in diesen schwierigen Zeiten noch Geschäfte machen.

Kein Wunder, dass das Kaufprogramm auf Kritik stößt. „Wenn eine Seite ihre Absichten so berechenbar zeigt, wie es die EZB getan hat, fällt es den anderen Marktteilnehmern leicht, darauf bereits im Vorfeld zu reagieren und die Marktmechanismen auszuhebeln“, schreibt die Baader Bank und fragt: „Hätte nicht einfach die bloße Ankündigung der EZB, ein Aufkaufprogramm starten zu wollen, genügt? Die Rolle als verdeckter Finanzmarktpolizist wäre vielleicht sinnvoller gewesen.“

Zumal die EZB durchaus mit Hochdruck ihr Ankaufprogramm vorantreibt. So hat die Notenbank bisher im Wochenschnitt Unternehmensanleihen im Wert von ca. 1,7 Milliarden Euro gekauft.

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