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22.09.2014

19:21 Uhr

Musterdepots

Die EZB handelt nicht im Interesse Deutschlands

Die Politik der EZB bevorzugt vor allem die Euro-Peripherie – und benachteiligt Deutschland. Nicht nur, weil das Ersparte der Deutschen weniger wert sein wird, sondern auch weil ein schwacher Euro nur wenig hilft.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die Research-Abteilung der französischen Natixis-Bank hat einen interessanten Bericht über die Auswirkung der EZB-Politik auf die deutsche Volkswirtschaft veröffentlicht. Die Analysten kamen zum Schluss, dass alle letzten EZB-Maßnahmen nicht im Interesse Deutschlands liegen.

So hat beispielsweise das sukzessive Absenken des Leitzinses dazu geführt, dass die stark alternde und über ein beachtliches Privatvermögen verfügende deutsche Bevölkerung unter einem Anlagenotstand im konservativen festverzinslichen Bereich leidet. Zusammen mit der für Deutschland traditionellen Angst vor Inflation, hat es zu einer erheblichen Immobilienblase in vielen Regionen beziehungsweise Ballungsgebieten geführt.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Darüber hinaus setzt die expansive Geldpolitik der EZB in den letzten Monaten den Euro unter erheblichen Druck.  Man könnte vermuten, dass die exportorientierte deutsche Wirtschaft davon stark profitieren sollte, was unter genauer Betrachtung nicht unbedingt der Falls ist. Laut Natixis-Analysten ist die Preiselastizität der deutschen Exporte sehr niedrig (0,2). Das heißt es wird nicht zwangsläufig deutlich mehr exportiert, selbst wenn die deutschen Produkte für das Ausland günstiger werden. Auf der anderen Seite bezieht Deutschland einen sehr erheblichen Teil seiner Importe aus dem Nicht-Euro-Ausland, was beim sinkenden Euro-Kurs die Einfuhren spürbar verteuert. Fazit des Berichtes: Die Geldpolitik der EZB ist stark zugunsten der Euro-Peripherie ausgerichtet und wirkt sich auf Deutschland  belastend aus.

Auf der anderen Seite, wie vielmals von uns erwähnt, schafft die expansive Geldpolitik günstige Rahmenbedingungen für den Anstieg der realen Werte, z.B. Immobilien und Aktien. Wir favorisieren dabei die Dividendentitel, weil die guten Immobilien in Deutschland meist bereits zu teuer sind, unter den Aktien finden sich dagegen immer noch günstige Qualitätstitel.

Kommentare (1)

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Herr Kurt Siegel

22.09.2014, 20:59 Uhr

Deutschland muss sofort den EURO verlassen und Schäuble wird hoffentlich irgend wann einmal für seine Untaten zur Verantwortung gezogen !!

Es wird von ihm kalt lächelnd zugelassen, das das Vermögen (und somit die Altersvorsorge) der braven deutschen Sparer zu Gunsten einer irrwitzigen EURO-Politik pulverisiert wird

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