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05.02.2017

16:15 Uhr

Musterdepots

Die Fed muss gegensteuern

Wenn US-Präsident Trump seine teuren Wahlversprechen umsetzt, wird die Geldpolitik gegensteuern müssen. Musterdepotstrategie Georgios Kokologiannis erwartet daher steigende Zinsen. Die Musterdepots im Überblick.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Rund zwei Drittel der Akteure an den Finanzmärkten rechnen für das laufende Jahr mit höchstens zwei Leitzinserhöhungen der US-Zentralbank Fed, wie aus aktuellen Studien hervorgeht. Doch damit dürften sie falsch liegen. Auch wenn die Fed vergangene Woche erneut signalisiert hat, dass sie es mit der Straffung ihrer Geldpolitik weiterhin nicht eilig hat, steigt der Handlungsdruck auf die Notenbanker unaufhörlich.

Schon ohne die von Donald Trump in Aussicht gestellten Steuersenkungen und hunderte Milliarden umfassenden Infrastrukturausgaben boomt der Jobmarkt und droht die Konjunktur zu überhitzen. Das haben die am Freitag veröffentlichten neusten Arbeitsmarktdaten noch einmal verdeutlicht: Im Januar wurden per Saldo rund 227.000 neue Stellen geschaffen – und damit knapp 30 Prozent mehr als Experten erwartet hatten.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Spätestens wenn Trump demnächst seine fiskalpolitischen Vorhaben konkretisiert, wird die Geldpolitik gegensteuern müssen. Denn inmitten einer wirtschaftlichen Wachstumsphase und bei de facto Vollbeschäftigung ist es wahrscheinlicher, dass diese Pläne nicht das Bruttosozialprodukt nach oben schnellen lassen, sondern die Inflationserwartungen.

Höhere Zinsen werden US-Anleihen im Verhältnis zu Aktien mittelfristig noch wesentlich attraktiver erscheinen lassen. Nach dem Kursrutsch am Bondmarkt rentieren etwa zehnjährige Staatsbonds bereits jetzt bei rund 2,5 Prozent – und damit über der mittleren Dividendenrendite der Aktien aus dem S & P-500-Index, die nach deren Trump-Rally auf zwei Prozent gesunken ist.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

06.02.2017, 12:47 Uhr

Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

auch ich gehe davon aus, dass die US-Zinsen steigen werden. Aber hier dürfen wir den Zeitfaktor nicht ausblenden. Der Anstieg der Zinsen ist ein längerer Prozeß, der vielleicht 2 oder 3 Jahre dauern mag. Und in dieser Zeit eines Anstiegs der Zinsen fahren die Rentenanleger Kursverluste ein. Dass 2 oder 3 Jahre mit Kursverlusten nicht attraktiv sind, versteht sich von selbst. Deswegen spekulieren manche Beobachter darauf, dass manche Rentenanleger zeitweilig auf den Aktienmarkt ausweichen werden (rotation).

In einem Punkt haben Sie natürlich recht: Wenn sich die Zinsen nach einigen Jahren auf einem höheren Niveau eingependelt haben, sind Anleihen relativ zu Aktien attraktiver geworden.

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