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30.11.2014

11:37 Uhr

Musterdepots

Die Fußfessel der Kreditklemme

Trotz gewaltiger EZB-Hilfsmittel stockt Europas Wirtschaft. Das Geld bleibt auf dem Weg zu den Unternehmen bei den Banken stecken. Alexander Kovalenko erklärt, warum. Georgios Kokologiannis freut sich über einen Rekord.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Trotz diverser Maßnahmen seitens der EZB ist die Kreditvergabe der Banken in der Euro-Zone im Oktober weiter geschrumpft. Das Kreditvolumen ist um 1,1 Prozent zum Vorjahr gesunken. Trotz der massiven Liquiditätsspritzen der Notenbank bleibt die Kreditpolitik der Banken äußerst restriktiv. Die Unternehmen kommen infolgedessen nur schwer an Darlehen und können wachstumsfördernde Investitionen nicht durchführen.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das restriktive Kreditverhalten der Banken ist allerdings nicht unbegründet: Sie werden einem immer stärkeren regulatorischen Druck ausgesetzt. Ein ausgestelltes Darlehen birgt immer ein Risiko und viele Banken sind entweder nicht bereit oder gar nicht fähig zusätzliche Risiken in ihre Bilanzen aufzunehmen. Eine zusätzliche Hürde stellte außerdem der vor kurzem abgeschlossene Bankenstresstest dar. Nach dessen Beendigung hofft nun die Europäische Zentralbank auf die Wiederbelebung der Kreditvergabe.

Um diesen Prozess zusätzlich zu stimulieren, hat die Notenbank mit dem Aufkauf von Pfandbriefen und Kreditverbriefungen begonnen. Dies sollte den Banken helfen, einen Teil der Kreditrisiken aus den Bilanzen zu räumen und somit mehr Darlehen an Unternehmen vergeben zu können. Ob diese neuen Maßnahmen den gewünschten Effekt bringen, werden die nächsten Monate zeigen.      

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