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23.02.2014

13:34 Uhr

Musterdepots

Die guten Vorsätze des Herrn Hollande

Daniel Hupfer fragt sich, was es mit der Kehrtwende des französischen Präsidenten auf sich hat. Unsere anderen beiden Anlageexperten beurteilen die aktuelle Berichtssaison. Georgios Kokologiannis ist skeptisch.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Neujahrsansprache des französischen Präsidenten François Hollande am 31. Dezember 2013 bot einige Überraschungen. Er hat zugegeben, das Ausmaß der Krise unterschätzt zu haben. Eine ehrliche Aussage, nachdem er bis zuletzt gute Miene zum bösen Spiel machte.

Viel erstaunlicher noch ist seine Feststellung, dass die Steuerbelastung von über 45 Prozent des BIP mittlerweile ein Niveau erreicht hat, das nicht mehr tragbar ist und einer positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt entgegen steht. Ein „Verantwortungspakt“ mit Unternehmen soll Arbeitnehmerbelastungen reduzieren, Bürokratie abbauen und die Beschäftigung ankurbeln.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Beispielsweise soll die Finanzierung familienpolitischer Leistungen nicht mehr von den Unternehmen getragen und somit die Lohnnebenkosten gesenkt werden. Auch will Hollande die öffentlichen Ausgaben jährlich um etwa vier Prozent drosseln.

Seiner Aussage nach ist der französische Staat zu träge und zu kostenträchtig geworden. Jedoch muss Präsident Hollande zunächst noch konkretere Pläne vorstellen, bis sich einschätzen lässt, ob eine wirtschaftliche Trendwende in Frankreich bevorsteht.

Am Mittwoch hat Thyssen-Krupp eine neue Anleihe emittiert. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre, der Kupon liegt bei 3,125 Prozent. Das Rating liegt mit BB+ aufgrund der geringen Bilanzqualität im Bereich Non-Investment-Grade. Wir kaufen die Anleihe in einer Größenordnung von fünf Prozent des Portfoliowertes.

Thyssen-Krupp hat ordentliche Ergebnisse für das abgelaufene Quartal berichtet. Vor allem der problembehaftete Bereich Steel Americas verbesserte sich deutlich. Insgesamt hat sich die Geschäftsentwicklung damit stabilisiert, die sich verbessernde Konjunktur sollte weiteren Rückenwind geben.

Die Bäume werden allerdings nicht in den Himmel wachsen. Daher entscheiden wir uns gegen die Aktien, halten Thyssen-Krupp aber gut genug für ein Anleihe-Investment.

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