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14.06.2015

15:13 Uhr

Musterdepots

Die harten Regeln des Rentenmarkts

Knapp zwei Monate ist es her, dass der Dax sein fabulöses Allzeithoch erreicht hat. Seit dem hat sich auf den Märkten einiges geändert. Das zeigen vor allem die Anleihen. Daniel Hupfer prüft althergebrachte Weisheiten.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Zwei Monate ist es her, dass die Welt für die meisten Kapitalanleger in schönster Ordnung war: In der ersten Aprilhälfte erreichten der Dax mit mehr als 12.300 und der Euro Stoxx 50 mit gut 3.800 Punkten ihre bisherigen Jahreshöchststände. Zugleich gingen die Renditen für Staats- und Unternehmensanleihen kontinuierlich zurück, sodass diese Papiere zum Teil erhebliche Kursgewinne aufwiesen. Dabei galt folgende Regel: Je länger die Restlaufzeit der Anleihen, desto besser die Wertentwicklung.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Für zehnjährige deutsche Bundesanleihen ging die Rendite zwischenzeitlich auf 0,05 Prozent zurück, die positive Wertentwicklung seit Jahresbeginn lag in der Spitze bei etwa fünf Prozent. Auch wir hatten in unserem Depot vom Renditerückgang deutlich profitiert. So lagen die von uns gehaltenen Anleihen und Anleihefonds zwischenzeitlich über fünf Prozent im Plus. Mit der scharfen Korrektur beträgt das Plus nunmehr nur noch etwa ein Prozent.

Im Nachhinein kann man sich natürlich darüber ärgern, die Gewinne auf einigen Positionen nicht realisiert zu haben. Allerdings gab es den vergangenen Jahren einige Marktphasen, bei denen man davon ausgegangen war, dass die Renditen nicht weiter fallen werden und eine Gewinnmitnahme sinnvoll erscheint. Im Nachhinein hätte man sich jedes Mal geärgert, denn die Renditen sind bekanntermaßen weiter gefallen.

Trotz der aktuellen Konsolidierung können langfristige Kapitalanleger mit Schwerpunkt auf Zinspapieren weiterhin erhebliche Wertzuwächse aufweisen. Anleger sollten die aktuelle Marktphase in diesem Kontext betrachten, statt ausschließlich auf die Kalenderjahre zu schauen. Aus unserer Sicht haben sich die fundamentalen Daten, die für ein geringes Zinsniveau sprechen, nicht verändert. Wir glauben daher, dass lange Restlaufzeiten bei Anleihen nach wie vor opportun sind.

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