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21.05.2015

19:14 Uhr

Musterdepots

Die Hochzins-Hoffnung

Der Markt für Staatsanleihen ist derzeit sehr volatil. Für unseren Autor, Daniel Hupfer, sind Hochzinsanleihen eine Alternative. Sie sind zwar risikoreich, bringen aber eines mit Sicherheit: starke Renditen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Ganz im Gegensatz zum sehr volatilen europäischen Staatsanleihemarkt entwickelt sich im laufenden Jahr das Segment für High-Yield-Anleihen sehr stabil. Mit einer Performance von über drei Prozent und einer sehr geringen Volatilität zeigt der iBoxx-Euro-High-Yield-Liquid-Index einen Verlauf, den man eher von Staatsanleihen erwartet hätte. Anders zusammengestellte High-Yield-Indizes zum Beispiel der von Bank of America Merrill Lynch weisen sogar eine noch bessere Performance (+3,7 Prozent) auf.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Damit liegt der High-Yield-Sektor nicht nur besser als Staatsanleihen der Eurozone, sondern auch deutlich vor Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand. Zum einen profitiert der High-Yield-Markt von der anhaltenden Suche nach Rendite und verzeichnet somit eine anhaltend hohe Nachfrage. Die durchschnittliche Rendite liegt hier bei knapp vier Prozent, bei den Unternehmensanleihen mit Investmentgrade nur bei gut einem Prozent und bei den Staatsanleihen der Eurozone sogar nur bei 0,8 Prozent.

Auf der anderen Seite ist der High-Yield-Markt deutlich weniger anfällig in Bezug auf das Zinsrisiko. Die Modified-Duration im Staatsanleihesektor beträgt mehr als sieben Jahre, bei den Unternehmensanleihen mit Investmentgrade immer noch fünf Jahre während der High-Yield-Sektor im Durchschnitt nur eine Modified-Duration von 3,5 Jahren aufweist. Und schließlich profitieren die Unternehmen im High-Yield-Sektor von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Eurozone und sich verbessernden Umständen beziehungsweise Konditionen bei der Kreditvergabe.

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