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15.01.2015

20:01 Uhr

Musterdepots

Die Karten werden neu gemischt

Die Notenbank in der Schweiz lässt die Börsen tanzen. In der Schweiz stürzen die Kurse ab, in Deutschland schießen sie durch die Decke. Spannende Zeiten für die Musterdepot-Autoren. Sie müssen ihre Strategien anpassen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Die Schweizerische Nationalbank hat mit ihrer Ankündigung, den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro aufzugeben und den Einlagenzins auf minus 0,75 Prozent zu senken, für einen Paukenschlag gesorgt und die Kapitalmärkte ordentlich durcheinander gewirbelt. Während der Schweizer Franken kräftig aufwertete, verloren die Aktien im SMI kräftig an Wert. Die Gründe für diesen Schwenk in der Notenbankpolitik sind noch nicht vollständig ersichtlich.

Fakt ist, dass die Schweizerische Nationalbank durch die Verteidigung der Währungsaufwertung ihre Bilanz kräftig ausgeweitet hat und diese mittlerweile bei einer Größenordnung von etwa 87 Prozent des BIP liegt. Die damit einhergehenden Risiken wurden nun vermutlich zu groß. Die offensichtlichste Implikation ist eine deutliche Aufwertung des Schweizer Franken und damit eine Schwächung der dortigen Exportunternehmen. Auch wenn der Pharmahersteller Roche einen Großteil der Umsätze außerhalb der Schweiz erwirtschaftet, haben wir uns von dem Titel mit einem ordentlich Gewinn getrennt.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Wir halten das Schweizer Pharmaunternehmen für eines der am qualitativ hochwertigsten in der europäischen Pharmabranche. Wir haben dennoch Kursgewinne realisiert, da wir aktuell die Auswirkungen der veränderten Notenbankpolitik nicht hundertprozentig abschätzen können.

Aus unserer Sicht verliert die Schweizer Notenbank an Glaubwürdigkeit, da sie noch vor wenigen Tagen betont hatte, den Mindestkurs aufrechtzuerhalten. Zudem müssen die hohen Devisenreserven der Notenbank nun neu bewertet werden, was zu einem außerordentlich hohen Verlust führen könnte. Der zuletzt gemeldete Gewinn sollte damit wieder egalisiert werden.

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