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03.07.2017

18:42 Uhr

Musterdepots

Die Korrektur an den Märkten ist da

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Ulf Sommer sagt, ob es schon jetzt an der Zeit ist, preiswerter ein- und nachzukaufen.

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Die Handelsblatt-Musterdepots und ihre Manager

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Das Redaktionsdepot: Ulf Sommer, Handelsblatt

Jetzt ist sie da, die Korrektur an den Börsen. Der Dax hat seit seinem Hoch im Juni knapp fünf Prozent verloren – also sehen wir bislang eine Mini-Korrektur. Auffällig ist, dass die Börsentage meist freundlich starten und die Kurse erst nachmittags in die Verlustzone rutschen, wenn die Wall Street ihren Handel startet. Das deutet auf amerikanische Verkäufer in Europa hin. Um preiswerter ein- und nachzukaufen, ist es meines Erachtens noch zu früh. Die anstehenden Sommermonate August und September dürften noch günstigere Kurse bieten. Im Visier: Deutschland und Gesamt-Europa.

Ulf Sommer

Der Redakteur

Mit den Finanzmärkten, der Geldanlage und branchenübergreifenden Unternehmensthemen wie Dividenden, Aktienrückkäufe und vor allem Bilanzkennzahlen beschäftigt sich der promovierte Historiker beim Handelsblatt seit über 15 Jahren.

Die Strategie

Das Kapital wird kurzfristig nicht gebraucht. Es dient vielmehr der Altersvorsorge, dem späteren Studium der Kinder oder dem Kauf eines Hauses im Rentenalter. Deshalb steht nicht der kurzfristige Werterhalt um jeden Preis, sondern die langfristige Mehrung des Kapitals im Fokus. Verlustzeiten sind schmerzhaft, können aber ausgesessen werden. Zur Auswahl stehen Einzelaktien, Aktien-Indizes in Form von Zertifikaten, Gold, große Währungen wie Euro, Dollar und Yen sowie Hebel-Zertifikate. Mit ihnen eröffnet sich die Möglichkeit, auf stark steigende oder fallende Märkte zu spekulieren. Anleihen scheiden bis auf weiteres auf Grund aus, weil die Zinsen und Renditen zu unattraktiv sind.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Ulf Sommer hat allerdings zum 6. März 2017 das Depot von Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das Social-Trading-Depot: Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie der Euro-Zone ist im Juni um 0,4 auf 57,4 Punkte gestiegen und hat somit den höchsten Stand seit sechs Jahren erreicht. Ein Wert über 50 Zähler bedeutet bei diesem Konjunkturbarometer, welches vom Marktforschungsunternehmen Markit zusammengestellt wird, ein Wachstum zum Vormonat. Die boomenden Exportgeschäfte zusammen mit der starken Binnennachfrage waren für die positive Entwicklung des Indikators verantwortlich. Die befragten Manager schätzten außerdem die Geschäftsaussichten so positiv ein wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Das Privatbank-Depot: Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Bitcoin ist durch Kurseinbrüche, enorme Kurssteigerungen, aber auch durch eine Reihe von Lösegeld-Trojanern bekannt. Die digitale Währung basiert auf einem kryptografischen Algorithmus. Da es sich bei Bitcoins um ein dezentrales Netzwerk handelt, ist die Kryptowährung finanzpolitisch und handelstechnisch weitestgehend unreguliert. Die US-Aufsicht SEC hat die Auflegung des Bitcoin-ETF abgelehnt. Der Preis der Währung ist seit Juli 2016 auf 2700 US-Dollar gestiegen. Dennoch raten wir aufgrund der erhöhten Volatilität und des unregulierten Marktes von einem Investment eher ab.

Die Regeln der Depots

Die Musterdepots veranschaulichen aussichtsreiche Anlagestrategien und geben Anregungen, mit denen Investoren ihre Renditeziele erreichen können. Im Vordergrund steht nicht ein Wettbewerb zwischen den drei Portfolios, sondern vielmehr die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Anlageentscheidungen für den Leser. Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn, am Freitag, dem 31. Januar 2014, wurden mindestens fünf Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, wann sie investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,25 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

04.07.2017, 12:30 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,

"möglich ist alles und selbst das Unmögliche ist ohne weiteres möglich", meinte einst meine Mutter. Das gilt erst recht für die Börse. Aber die Erwartungen anderer Menschen kritisch hinterfragen, darf man dennoch.

Also frage ich, wie ist Ihre Einschätzung? Wie geht es weiter mit der Korrektur? Werden wir vielleicht 10 % oder 15 % unter dem Hochpunkt landen? Also bei etwa 11 500 oder sogar bei rund 10 900 Punkten?

Dass auch solche Zahlen nicht auszuschließen sind, sagte ich schon eingangs. Aber sind sie auch plausibel? Paßt es zusammen, dass die Konjunktur brummt, die Liqudität überbordet, die Zinsmärkte keine Anlagealternative bieten und die Aktienmärkte ohne ersichtlichen Grund 10 oder 15 % nachgeben? Wäre dies nicht irrational?

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