Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.06.2017

17:47 Uhr

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Die Handelsblatt-Musterdepots und ihre Manager

Ulf Sommer, Alexander Kovalenko und Sönke Niefünd.

Musterdepots

„Die Korrektur wird wohl noch kommen“

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Ulf Sommer denkt daran, bald auf fallende Kurse beim Dax zu setzen.

Ulf Sommer, Handelsblatt

Der Dax steigt, stagniert und steigt weiter. Bislang gibt es in diesem Jahr keine Korrektur nach unten. Das ist unnormal. Im Durchschnitt korrigierte der Dax nach Berechnungen der DZ Bank seit 1975 innerhalb eines Jahres vom Hoch bis zum nächsten Tief um durchschnittlich 18 Prozent. Das bedeutete vom jetzigen Niveau einen Rückfall auf 10 370 Punkte. Es gab nur zwei Jahre seit 1975, in denen der Dax um weniger als sechs Prozent korrigierte: 1996 und 2005. Die Korrektur wird also wohl noch kommen. Wir denken über einen Put auf den Dax nach, um von fallenden Kursen zu profitieren.

Ulf Sommer

Der Redakteur

Mit den Finanzmärkten, der Geldanlage und branchenübergreifenden Unternehmensthemen wie Dividenden, Aktienrückkäufe und vor allem Bilanzkennzahlen beschäftigt sich der promovierte Historiker beim Handelsblatt seit über 15 Jahren.

Die Strategie

Das Kapital wird kurzfristig nicht gebraucht. Es dient vielmehr der Altersvorsorge, dem späteren Studium der Kinder oder dem Kauf eines Hauses im Rentenalter. Deshalb steht nicht der kurzfristige Werterhalt um jeden Preis, sondern die langfristige Mehrung des Kapitals im Fokus. Verlustzeiten sind schmerzhaft, können aber ausgesessen werden. Zur Auswahl stehen Einzelaktien, Aktien-Indizes in Form von Zertifikaten, Gold, große Währungen wie Euro, Dollar und Yen sowie Hebel-Zertifikate. Mit ihnen eröffnet sich die Möglichkeit, auf stark steigende oder fallende Märkte zu spekulieren. Anleihen scheiden bis auf weiteres auf Grund aus, weil die Zinsen und Renditen zu unattraktiv sind.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Ulf Sommer hat allerdings zum 6. März 2017 das Depot von Handelsblatt-Redakteur Georgios Kokologiannis übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Nachdem der Monat Mai bei den großen Indizes positiv gestartet ist, gab es in der zweiten Monatshälfte schwierige Märkte. Generell haben die Märkte seit November letzten Jahres auf die positiven Aspekte der Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump gehofft. Dieser Grundton wird aber zunehmend auf die Probe gestellt, so auch in der zweiten Hälfte des Monats Mai. Dennoch konnten die Indizes Dax, Euro Stoxx 50, S&P 500 sowie der Nikkei-Index den Monat positiv abschließen. Auf der Zinsebene, gemessen an den zehnjährigen deutschen Anleihen, verlief der Berichtszeitraum sehr ruhig.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Die Börsenweisheit „Sell in May and go away“ galt diesmal nicht für europäische Aktien. Politische Risiken, Furcht vor Zinserhöhungen und gute wirtschaftliche Daten konkurrierten miteinander und sorgten dafür, dass sich die Märkte seitwärts bewegen. Die in unserem Musterdepot enthaltene Airbus-Aktie wird aktuell mit 74,51 Euro gehandelt – ein Kursgewinn von mehr als 16 Prozent für 2017. Die Bewertung nach Nachhaltigkeitskriterien hat sich verbessert, der Wert beträgt nun 90,32 Punkte. Über 70 Prozent der Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, das Kursziel liegt im Schnitt bei 80,00 Euro.

Sönke Niefünd

Der Anleger Niefünd

Das Anlageziel besteht darin, nachhaltig zu investieren und dabei einen langfristigen Vermögenszuwachs zu erzielen. Dazu werden je nach Einschätzung der Wirtschafts- und der Börsenaussichten Wertpapiere erworben und veräußert. Dabei wird besonders auf die Risikostreuung geachtet.

Der Stratege Niefünd

Unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien der Themengebieten Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance), auch ESG-Ansatz genannt. Das Mandat wird aktiv gemanagt, gleichzeitig werden jedoch strategisch langfristig Positionen gehalten. Wir verfolgen die Umsetzung der „Politik der ruhigen Hand“. Es werden Fonds, ETFs und Einzeltitel gekauft, die unseren Kriterien erfüllen. Die Auswahl der Einzeltitel erfolgt in den Themengebieten innerhalb der 4 Säulen Wirtschaftliches, Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG-Ansatz). Ausgewählte Wertpapiere haben in jedem Bereich mindestens 65 Punkte von 100 Punkten im Bereich der Nachhaltigkeit. Zudem kommen Negativkritieren und ein Best-in-Class Ansatz bei der Einzeltitelauswahl zum Tragen.

Die Regeln Niefünd

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Sönke Niefünd hat allerdings zum 1. August 2016 das Depot von Daniel Hupfer von der M.M. Warburg übernommen. Den Kommentatoren steht es frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

02.06.2017, 10:33 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,

"die Korrektur wird wohl noch kommen", titeln Sie. Aber wann? Die einen meinen es zu ahnen. Die anderen sagen, das kann niemand wissen.

Also "Meinungskäufe"? Oder besser agieren im Bewußtsein des eigenen Nichtwissens? Auf welche Seite wollen Sie sich schlagen?

Hilfreich ist ein gutes Gedächtnis. Versuchen Sie sich zu erinnern, was all die berühmten Strategen, Charttechniker usw. vor ein paar Monaten von sich gegeben haben. Ich komme zu dem Urteil, dass die allermeisten Erwartungen nicht eingetreten sind. Mit ins Bild gehören auch all die hochmögenden Fondsmanager, die von ihrer benchmark abweichen. Die zu wissen glauben, wie man den DAX schlagen kann. Aber tatsächlich schaffen sie es nicht.

Mal so ein Vorschlag: Wir denken gemeinsam darüber nach, was wir wirklich unumstößlich wissen. Aus meiner Sicht ist dies die Erfahrung, dass auf sehr lange Sicht gesehen eine Aktienanlage die rentabelste Geldanlage ist. Dass das Prinzip der Streuung unabdingbar ist. Und dass wir lange überlegen müssen, in welche Indices wir investieren. Und ansonsten geben wir unumwunden zu, dass kein Erdenbürger ahnen kann, wohin sich der DAX in den nächsten Monaten entwickelt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×