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27.06.2016

18:46 Uhr

Musterdepots

Die Märkte übertreiben

Die Kursverluste an den Aktienmärkten sind für die Musterdepotstrategen noch nicht ausgestanden. Daniel Hupfer hat gleich vier Positionen verkauft, die er nach dem Ende der Unsicherheit aber sofort zurückkaufen würde.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

FrankfurtWir haben am Montag in unserem Depot die Aktienquote reduziert und liegen nunmehr bei knapp unter 60 Prozent. Wir belassen die Liquidität zunächst als Cash auf dem Konto. Hintergrund für die etwas vorsichtigere Haltung sind die großen politischen Unsicherheiten nach der Entscheidung der Briten für einen Brexit.

Für den Kapitalmarkt wäre es das schlimmste Szenario, käme es nun zu einer langen Hängepartie bezüglich des Austrittsprozesses. Leider ist dies derzeit das wahrscheinlichste Szenario. Aber selbst wenn der Prozess einigermaßen zügig voran schreiten sollte, bleibt die Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung in Europa.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

In Großbritannien sollte es in den kommenden Quartalen zu einer Wachstumsabschwächung kommen, da viele Unternehmer ihre Investitionspläne überdenken dürften. Auch für den Konsum rechnen wir mit negativen Auswirkungen, da Arbeitsplätze in London gefährdet sind bzw. auf andere europäische Finanzplätze verlagert werden könnten.

Wir haben uns von vier Aktienpositionen getrennt. Darunter befindet sich der irische Baustoffhersteller CRH, der über ein großes UK-Exposure verfügt. Ebenfalls verkauft haben wir Daimler und Dialog Semiconductors. Während Daimler aufgrund eines potenziell schwächeren Wachstums in Europa leiden dürfte, gefiel uns die Wertentwicklung der Dialog-Aktien schon seit längerer Zeit nicht mehr.

Darüber hinaus erfolgte ein Verkauf der Hälfte unserer Position im Warburg Small&Midcap Fonds. Da diese Position in unserem Depot verhältnismäßig groß war und sich der Fonds zudem überdurchschnittlich gut entwickelt hat, nehmen wir hier Gewinne mit. Alle vier Positionen würden wir bei einer Abnahme der Unsicherheiten wieder bedenkenlos zurückkaufen.

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