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20.09.2015

15:03 Uhr

Musterdepots

Die nächste Fed-Sitzung kommt bestimmt

Auch am zweiten Tag nach der Nicht-Zinswende in den USA kennen unsere Musterdepot-Strategen nur dieses eine Thema. Wie sich die US-Zinsen auf Sorgenkind China auswirken und warum die Fed gerade jetzt ihren Blick weitet.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die US-Notenbank hat das Zinsniveau unverändert gelassen und somit ganz unterschiedliche Reaktionen rund um den Globus ausgelöst. China und andere Schwellenländer haben die Entscheidung mit einer deutlichen Erleichterung begrüßt. Denn die steigenden Zinsen in den USA würden den Kapitalabfluss aus den bereits angeschlagenen Emerging Markets beschleunigen und den Druck auf die jeweiligen Nationalwährungen erhöhen.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

China hat beispielsweise explizit seine Erwartung geäußert, dass die Industrieländer bei ihrer Zinspolitik die Folgen für die anderen Staaten beachten sollten. Die konjunkturellen Probleme im Reich der Mitte haben mit Sicherheit die Entscheidung der Fed nicht unbedeutend beeinflusst. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hält den Entschluss ebenfalls für richtig. Für viele deutsche Firmen sind die Absatzmärkte in den Schwellenländern und vor allem in China extrem wichtig und eine weitere konjunkturelle Abkühlung würde die deutsche Industrie verstärkt unter Druck setzen. 

Die deutschen Banken und Versicherer waren dagegen durch die ausgebliebene Zinswende sehr enttäuscht. Die Branche leidet stark darunter, dass der klassische Zinseszinseffekt nicht mehr funktioniert. Für sie wäre eine Zinswende sehr erwünscht. Denn die steigenden Zinsen in den USA hätten laut Branchenvertretern eine Signalwirkung, dass die Ära der Nullzinspolitik auch in Europa sich seinem Ende nähern würde. Wir gehen allerdings davon aus, dass das Zinsniveau in der EU noch eine lange Zeit bei Null bleibt. 

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