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06.05.2015

20:12 Uhr

Musterdepots

Die Öl-Wette geht auf

Unsere Autoren haben den Rohstoffmarkt im Blick. Während Georgios Kokologiannis seine Rohöl-Zertifikate mit Gewinn verkauft, profitiert Alexander Kovalenko von den straffen Bilanzen internationaler Öl- und Gaskonzerne.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Viele internationale Öl- und Gas-Konzerne scheinen den massiven Ölpreis-Einbruch relativ gut verarbeitet zu haben. Dies geht aus den ersten vorgelegten Quartalsergebnissen hervor. Der Ölpreis hat sich seit Jahresanfang natürlich auch etwas erholt, dies dürfte aber noch keinen entscheidenden Einfluss auf die Zahlen für das erste Quartal gehabt haben.

Der Vorteil vieler großer Unternehmen besteht darin, dass ihre Geschäftsmodelle diversifiziert sind und neben der Öl- und Gas-Förderung, die logischerweise unter dem niedrigen Ölpreis leidet, zumindest das Raffineriegeschäft einschließen.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Bei der Ölverarbeitung stellt das Rohöl aber ein Input beziehungsweise einen Kostenfaktor dar. Die gestiegenen Gewinnmargen aus dem Raffineriegeschäft konnten dementsprechend den Druck aus dem Förderungsbereich deutlich abfedern.

Darüber hinaus waren die Unternehmen gezwungen, diverse Kostensenkungsprogramme und Optimierungsprozesse zu starten, die nun bereits die ersten Bilanzauswirkungen aufweisen. So hat beispielsweise unser Depotmitglied Eni letzte Woche starke Quartalsergebnisse geliefert, die die Markterwartungen deutlich übertroffen haben. Der italienische Konzern hat sein Kostenreduktions- und Free-Cash-Flow-Steigerungsprogramm teilweise noch vor dem massiven Ölpreiseinbruch gestartet. Dies war goldrichtig und hilft dem Konzern die aktuelle schwierige Phase zu überwinden.

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