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19.09.2016

17:22 Uhr

Musterdepots

Die quälende Zinsfrage

Keiner der Musterdepot-Autoren rechnet mit einer Zinserhöhung der Fed. Auch Georgios Kokologiannis nicht. Der Handelsblatt-Autor beschreibt allerdings, was passieren könnte, sollte die Fed für eine Überraschung sorgen.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Experten zufolge dürfte die US-Notenbank Fed bei ihrer Sitzung des Offenmarktausschusses diese Woche beschließen, die Leitzinsen zum sechsten Mal hintereinander unverändert belassen. Das ist das Ergebnis einer Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen. Auch Investoren an den Terminmärkten taxieren die Wahrscheinlichkeit für höhere Zinsen, die seit Dezember vergangenen Jahres in einer Spanne von 0,25 und 0,5 Prozent liegen, als äußerst gering – bei nur zwölf Prozent.

Während also trotz der zuletzt widersprüchlichen Aussagen von Fed-Vertretern eine anhaltend expansivere Geldpolitik nahezu vollständig in den Börsenkursen eingepreist ist, dürfte eine unerwartete Straffung am Donnerstag zu einem kräftigen Kurseinbruch bei Dax & Co. führen. Der deutsche Leitindex sollte in diesem Szenario wieder nachhaltig in den vierstelligen Kursbereich zurückfallen.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Auf dem falschen Fuß erwischt werden dürften dann auch die meisten deutschen Privatanleger, die am Aktienmarkt aktiv sind: Einer Umfrage der Börse Stuttgart zufolge empfindet eine große Mehrheit der befragten Investoren hierzulande die Geldpolitik der Europäischen  Zentralbank wie auch der Fed als wichtigen Einflussfaktor. Sowohl über den anstehenden Sitzungstermin der Fed als auch die Zins-Erwartungen der Experten sollten die hiesigen deutsche Börsianer also gut informiert sein. Entsprechend dürften die meisten Wertpapierportfolios derzeit auf eine ungebremste Liquiditätsflut ausgerichtet sein.

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