Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.02.2015

20:08 Uhr

Musterdepots

Die Rückkehr des Euro

Georgios Kokologiannis stellt sich gegen die Prognosen der Währungsauguren. Der Stratege sieht den Euro trotz der laufenden Abwertung mittelfristig auf Comeback-Kurs gegenüber dem Dollar. Was ihn zu der These bewegt.

Georgios Kokologiannis Pablo Castagnola

Georgios Kokologiannis

Es ist eine Einschätzung, die den meisten Bankprognosen widerspricht: Der Euro dürfte mittelfristig wieder an Stärke gewinnen - vor allem gegenüber dem US-Dollar. Darauf deuten jetzt Indikatoren des Analysehauses Sentix. Die Fachleute untersuchen regelmäßig das Befinden der Investoren und ziehen daraus Schlüsse für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten.

Ein spezieller Index, der die Sechsmonats-Erwartungen der Anleger zum Wechselkurs des Euros gegenüber der US-Währung abbildet, sei zuletzt auf den höchsten Stand seit November 2013 gestiegen. Seit seinem Tiefpunkt im Herbst habe der Indikator bereits 30 Prozentpunkte zugelegt. Das Fazit der Sentix-Experten: Das Vertrauen in die die Gemeinschafswährung kehrt zurück.

Georgios Kokologiannis

Der Redakteur

Mit Geldanlagethemen beschäftigt sich der Diplom-Kaufmann beim Handelsblatt seit über 16 Jahren - davor bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und beim Finanzconsulting einer Unternehmensberatung.

Twitter: @kokologiannis

Die Strategie

"Mein Ziel ist es, eine durchschnittliche Rendite von sechs bis acht Prozent per annum zu erreichen – und das möglichst nervenschonend. Zwei Kernbestandteilen meiner Strategie: Erstens der Einsatz von Anlagezertifikaten und anderen Derivaten, mit denen sich zum einen Depotpositionen absichern lassen und die es zum anderen ermöglichen, auch von schwierigen Phasen an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu profitieren. Zweitens arbeite ich bei risikoreicheren Engagements mit Stopp-Loss-Marken - das soll dazu beitragen, dass ich nicht zu lange an Fehlinvestitionen festhalte."

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Dagegen rechnen viele Devisenstrategen mit einer fortgesetzten Euro-Abwertung: Laut einer Umfrage des Informationsdienstes Bloomberg liegt der prognostizierte Durchschnittskurs für einen Euro bis zum Jahresende bei 1,10 US-Dollar. Seit Monatsbeginn hat der Euro zum Dollar knapp ein Prozent gewonnen und kostet derzeit 1,13 US-Dollar, nachdem er am 26. Januar mit 1,1098 Dollar den tiefsten Stand seit elfeinhalb Jahren markiert hatte.

Ich schließe mich der Prognose der Sentiment-Experten an und erwarte ebenfalls eher eine Stabilisierung als eine beschleunigte Euro-Abschwächung. Das zukünftige Auseinanderlaufen der Geldpolitik in den USA einerseits und in der Eurozone andererseits sollte inzwischen weitegehend eingepreist sein.

Zudem leidet die Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft schon jetzt unter der erstarkten US-Währung. Dass ein Euro demnächst für unter einen Dollar zu haben sein wird – so wie es beispielsweise die Deutsche Bank erwartet – halte ich daher für unwahrscheinlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×