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20.06.2016

20:12 Uhr

Musterdepots

Die Spannung steigt

Der mögliche Brexit verunsichert die Anleger. Kaum beachtet ist ein anstehendes höchstrichterliches Urteil zur EZB-Geldpolitik. Und auch Italien steht im Fokus. Wie sich die Geld-Profis jetzt aufstellen.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

FrankfurtWie von einem Großteil der Marktteilnehmer erwartet, hat die amerikanische Notenbank Fed den Leitzins vergangene Woche unangetastet gelassen. Die Fed-Funds-Rate liegt weiterhin in einer Spanne zwischen 0,25 Prozent und 0,50 Prozent. Auf der Pressekonferenz betonte Fed-Präsidentin Janet Yellen, dass die Fed nach wie vor plane, in Abhängigkeit von den Konjunkturdaten die Zinsen in diesem Jahr weiter anzuheben.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Das anstehende EU-Referendum in Großbritannien habe bei der Entscheidung, auch im Juni weiter abzuwarten, eine Rolle gespielt. Für die USA erwartet Yellen ein weiterhin moderates aber stabiles Wirtschaftswachstum. Ein Ende der Erholung am Arbeitsmarkt sei nicht in Sicht, auch wenn die Dynamik zuletzt etwas nachgelassen habe.

Der sogenannte Dot-Plot, in dem die Einzelprognosen der Mitglieder des Federal Open Market Committee durch Punkte dargestellt werden, zeigt jedoch, dass die Zinsphantasien der FOMC- Mitglieder weitestgehend der Ernüchterung gewichen sind.

Zwar hat sich auf den ersten Blick für das Jahr 2016 nichts geändert: Nach wie vor prognostizieren die Notenbanker im Durchschnitt zwei Zinsanhebungen. Ein Vergleich des Dot-Plots aus der März-Sitzung mit dem aus der Juni Sitzung zeigt jedoch, dass die Anzahl der FOMC-Mitglieder, die nur noch von einer Zinserhöhung ausgeht von eins auf sechs angestiegen ist. Gab es im März noch sieben Notenbanker, die sogar drei bis vier Zinsschritte in Betracht gezogen haben, so ist dieser Wert im Juni auf zwei gesunken.

Noch eklatanter fällt der Unterschied der März und Juni Dot-Plots für die Jahre 2017 und 2018 aus. Im Mittel fielen hier Leitzinserwartungen von 1,9 Prozent auf 1,6 Prozent für 2017 und von 3,0 Prozent auf 2,4 Prozent für 2018. Ein FOMC-Mitglied geht sogar nur noch von einem Zinsschritt bis Ende 2018 aus. Indes hat der Markt, gemessen an den Fed Funds Futures, eine Zinserhöhung in diesem Jahr bereits nahezu ausgepreist.

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