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18.08.2015

19:54 Uhr

Musterdepots

Die Stimmung bleibt im Keller

China beeinflusst die Dax-Aktien. Vor allem exportorientierte deutsche Unternehmen müssen mit Gegenwind rechnen. Musterdepot-Autor Daniel Hupfer geht vorsorglich in Deckung. Er verkauft seine Thyssen-Krupp-Papiere.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Wir haben uns gestern von unserer Position in Thyssen-Krupp-Aktien mit einem kleinen Gewinn getrennt. Der deutsche Stahlhersteller hatte in der vergangenen Woche ordentliche Zahlen für das abgelaufene Quartal berichtet und die Prognose für das Gesamtjahr 2015 bestätigt. Maßgeblich für die starken Zahlen waren vor allem die gute Stahlnachfrage innerhalb Europas sowie eine deutliche Belebung im Aufzuggeschäft und Kosteneinsparungen. Bei den Gewinnen und Umsätzen konnte der Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen.

Dem Aktienkurs half dies aber nur temporär. So sackte die Aktie nach einem sehr freundlichen Start im Tagesverlauf wieder ab und konnte sich auch in den letzten Tagen dem negativen Gesamttrend nicht entziehen. Aufgrund des allgemein negativen Sentiments gegenüber deutschen Aktien trennen wir uns vorerst von ThyssenKrupp, würden diese aber bei einer generellen Stimmungsverbesserung wieder ins Portfolio aufnehmen.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

In den letzten Monaten hat sich der deutsche Aktienmarkt aufgrund der gedämpften Wachstumsaussichten in China besonders schwach entwickelt. Auch wenn sich die Wachstumsschwäche noch nicht in den Gewinn- und Umsatzentwicklungen der deutschen Unternehmen widerspiegelt, sind die Kurse verschiedener exportorientierter Werte mittlerweile deutlich unter die Räder gekommen.

Für die kommenden Wochen sehen wir wenige Gründe, warum sich das negative Sentiment wieder zum Positiven wenden sollte. Allerdings sollte sich spätestens mit der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal die Einschätzung durchsetzen, dass die Wachstumsverlangsamung in China die Erwartungen zwar dämpft, dass sie aber nicht zu einem Einbruch der Gewinne deutscher Unternehmen führt.

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