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04.12.2015

16:13 Uhr

Musterdepots

Die Stimmung stimmt

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit also für Daniel Hupfer einen ersten Ausblick für 2016 zu wagen. Sein Fazit: Konjunkturpessimismus ist in Deutschland fehl am Platze. Was ihm der Ifo-Geschäftsklimaindex noch verrät.

Daniel Hupfer

Daniel Hupfer

Unsere positive Einschätzung zu den deutschen Wachstumsperspektiven für das Jahr 2016 wird durch die derzeitige Situation bei den Frühindikatoren untermauert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für das verarbeitende Gewerbe, der gemeinhin als der beste und wichtigste deutsche Frühindikator angesehen wird, hat sich nach einer kleinen Delle in den Sommermonaten zuletzt wieder erholt. Allerdings gibt es in den verschiedenen Bereichen der deutschen Wirtschaft zum Teil deutliche Unterschiede bei der Einschätzung der Geschäftslage und den Geschäftserwartungen.

Daniel Hupfer

Der Anleger

Daniel Hupfer arbeitet für M.M.Warburg. "Wir präferieren die Direktanlage, das heißt im Wesentlichen kaufen wir Aktien und Anleihen, Fonds nur bei bestimmten Themen, wie China. Zertifikate grundsätzlich nicht", sagt er.

Die Strategie

Wir werden die "Handelsblatt"-Anlagestrategie offensiv ausrichten. Das bedeutet, unser Fokus liegt auf chancenorientierten Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines enormen Anlagedrucks halten wir Aktien und Unternehmensanleihen nach wie vor für attraktiv. Zwar sind Aktien nicht mehr günstig bewertet. Aufgrund unseres positiven Konjunkturszenarios sollten aber die Unternehmensgewinne weiter steigen und sich damit die aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisse wieder relativieren. Wir halten die Region Europa für am interessantesten. Hier gibt es am Aktienmarkt noch Aufholpotential. Der US-Aktienmarkt ist etwas höher bewertet, allerdings sehen wir auch hier noch Potential.


Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

So lässt sich erkennen, dass die Industrieunternehmen mit mehr Gegenwind zu kämpfen haben, als es noch zu Jahresbeginn der Fall gewesen ist. Dies ist hauptsächlich auf das geringere Wachstum in China und den anderen Schwellenländern zurückzuführen. Dagegen ist die Stimmung im Groß- und vor allem im Einzelhandel sowie in der Bauindustrie so gut wie selten zuvor; selbst der Automobilsektor zeigt sich von dem VW-Skandal unberührt. Auch dies ist ein Signal, dass das Wachstum des privaten Verbrauchs, aber auch der Bauinvestitionen die Konjunktur maßgeblich tragen werden.

Zudem sei an dieser Stelle darauf verwiesen, dass das Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft und insbesondere der Industrie zwar im Fokus der Öffentlichkeit stehen, aber die deutsche Wertschöpfung mittlerweile nur noch zu 25 Prozent aus diesem Sektor kommt. 75 Prozent entfallen dagegen auf die Dienstleistungen. Der bislang noch wenig beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex für die Dienstleistungsunternehmen befindet sich derzeit auf einem Allzeithoch. Die Botschaft, die mit dieser Entwicklung einhergeht, liegt unseres Erachtens auf der Hand: Für Konjunkturpessimismus in Deutschland gibt es derzeit keinen Grund. Von daher rechnen wir für 2016 mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes von 1,5 Prozent. Da es zusätzlich noch einen kleinen positiven Kalendereffekt von 0,1 Prozentpunkten geben wird, beläuft sich unsere Prognose für das saison-, aber nicht kalenderbereinigte Wirtschaftswachstum in Deutschland auf 1,6 Prozent.

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