Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.07.2015

19:39 Uhr

Musterdepots

Die unterschätzen Brennpunkte

Auch unsere Musterdepot-Experten blicken gebannt auf das Marktgeschehen nach dem Griechen-Votum. Doch: Statt sich im Detail zu verlieren, sollten die Anleger die Ereignisse außerhalb der Euro-Zone im Auge behalten.

Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Trotz der dramatischen Ereignisse in Griechenland fällt die Reaktion der europäischen Börsen bisher relativ moderat aus. Aus der Wirtschaftsperspektive ist dies nachvollziehbar: Zu gering ist das Gewicht der griechischen Volkswirtschaft. Außerdem zählen mittlerweile nicht die privaten Finanzinstitute, sondern Europäische Institutionen und der IWF zu den größten Gläubigern Griechenlands, was die unmittelbaren Folgen eines Staatsbankrotts „verwässern“ würde.

Alexander Kovalenko

Der Anleger

Alexander Kovalenko arbeitet für Bayerische Vermögen. „Wir machen normalerweise keine Prognosen, weil es aus unserer Sicht eher wenig Sinn macht“, sagt er. „Wir können nur sagen, dass die Aktien für uns aktuell eine stark bevorzugte Anlageklasse darstellen, und hier vor allem die (süd)europäischen Aktien, die noch deutlich unter ihrem Fair-Wert gehandelt werden. Dazu kommt eine Dividendenrendite von durchschnittlich etwa drei Prozent. Bei Aktien sehen wir also trotz eventuellen und sogar eher wahrscheinlichen Korrekturen ein sehr attraktives Chance/Risiko-Profil!“

Die Strategie

Das Social-Trading-Depot versteht sich als Kombination eines langfristig orientierten Kernportfolios und der innovativen Anlageform des Social Trading. Einen Anteil von 60 bis 70 Prozent bildet ein Aktienportfolio, das einen Value-Ansatz verfolgt: Es wird in zehn bis 15 stark unterbewertete Einzeltitel aus dem breiten europäischen Aktienmarkt investiert, wobei die Selektion der Einzeltitel mittels Analyse der Fundamentalkriterien beziehungsweise der Bilanzdaten erfolgt. Der Social-Trading-Anteil beträgt zwischen 30 und 40 Prozent und wird in wikifolio-Indexzertifikate investiert: Diese bilden unterschiedliche Strategien von Top-Tradern auf wikifolio.com ab. Das Social-Trading-Depot soll in der Regel voll investiert sein. Der Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und sieht nur selten Umschichtungen vor. Betreut wird das Social-Trading-Depot von Bayerische Vermögen AG.

Die Regeln

Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Eine Staatspleite der Helenen und der Austritt aus der Eurozone wäre die wirtschaftlich vernünftigste Problemlösung. Die wiedereingeführte Nationalwährung würde unter starken Abwertungsdruck stehen und dies hat Griechenland bitter nötig. Dies wäre der schnellste Weg zur  Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Landes.

Mit Griechenland im Vordergrund darf man andere Geschehnisse an den globalen Märkten nicht aus dem Blickwinkel verlieren. Die aktuellen Prozesse in den USA, wo der Zinsanstieg vorbereitet wird, oder in China, wo die Regierung mit der Verlangsamung des Wachstumstempos kämpft und die Entwicklung der Aktienmärkte richtig turbulent verläuft, sind für die wirtschaftliche Erholung Europas wichtiger, als ein möglicher Austritt Griechenlands aus der Eurozone.      

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×